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Das faszinierende Naturparadies und Wildnisgebiet von Rimella liegt in den Sesia-Alpen der Region Piemont und ist nur 90 Kilometer Luftlinie von der Millionenstadt Mailand entfernt, nur 55 Kilometer Luftlinie von Locarno am Lago Maggiore, nur 47 Kilometer Luftlinie von Brig im Oberwallis, nur 29 Kilometer Luftlinie von Saas Fee und nur 24 Kilometer Luftlinie von der Dufourspitze, dem höchsten Gipfel des Monte Rosa! Das Mastallonetal liegt südöstlich des Monte Rosa, von Zermatt oder Saas Fee aus gesehen also "hinter" diesem bekannten Bergmassiv. Der Taleingang liegt in der Kleinstadt Varallo auf 450 Metern Seehöhe, und die höchste Siedlung ist San Giorgio di Rimella auf 1450 Metern. Die umgebenden Berge sind bis zu 2400 Meter hoch.
In diesem abgelegenen und unzugänglichen Gebiet abseits des Massentourismus findet seit über 150 Jahren eine massive Entvölkerung statt, die jetzt durch die jahrzehntelange Vernachlässigung, Verbrachung, Verbuschung und Verwaldung in der Entstehung von neuen Wildnisgebieten resultiert. Die alten Verbindungswege verschwinden im Dschungel und im Gestrüpp, und es gibt keine Hinweisschilder und keine Wegmarkierungen.
Nach Jahrzehnten anstrengender Arbeit im wildesten Gelände kennen wir im Mastallonetal über 600 uralte Wege. Seit vielen Jahren bieten wir mit großem Erfolg geführte Trekkingtouren an, im unteren Mastallonetal mit Stützpunkt Varallo und im oberen Mastallonetal ex Rimella. Unsere Tagestouren mit festem Standort - und sehr gutem Essen! - im Albergo Italia und im Albergo Fontana sind ideal für Bergwanderer, die einmal etwas Besonderes erleben möchten. Einzelheiten finden Sie hier und hier. Referenzen finden Sie hier. Glauben Sie nur, was Sie sehen: einige schöne Fotos sehen Sie hier. Mehr als 1700 (eintausendsiebenhundert!) topaktuelle Fotos und spektakuläre Digitalpanoramen gibt es hier!
Im folgenden beschreiben wir die Hauptursachen für die Entstehung dieses neuen Wildnisgebiets. Bei unseren Bergwanderungen werden wir unterwegs natürlich auf offensichtliche und erst recht auf verborgene Zusammenhänge hinweisen. "Man sieht nur, was man weiß" schreibt der Geograph Werner Bätzing im GTA-Nord-Führer auf Seite 10: nur mit einem wirklich ortskundigen Wanderführer, der jedes Jahr monatelang in der Gegend herumrennt und sowieso alle Einheimischen persönlich kennt, können Sie in diesem touristisch völlig unerschlossenen Wildnisgebiet auch unter die Oberfläche schauen und die komplexen Zusammenhänge zwischen der gerade in Rimella besonders interessanten Besiedlung, Geographie, Geschichte, Kultur und Wirtschaft begreifen - selbstverständlich ohne den abgehobenen, elitären und oberlehrerhaften Anspruch einer sogenannten "Studienreise"!
Die Geschichte der Entvölkerung in Rimella haben wir hier beschrieben: von 1381 Einwohnern in 1831, dem Maximum, auf 59 Einwohner in 2010, dem Minimum, mit weiterhin abnehmender Tendenz. Für das gesamte Mastallonetal sieht die offizielle Bilanz so aus

und in der Wirklichkeit ist sie noch dramatischer, denn nach unseren Erfahrungen wohnen nur 55 Prozent der gemeldeten "Residenti" tatsächlich noch das ganze Jahr über im Heimatdorf. Vuol dire: unter Fortschreibung der Dynamik dieser Statistik hat es 2010 im gesamten Mastallonetal tatsächlich nur noch 328 Einwohner!

Zum selben realistischen Ergebnis kommt man, wenn man die "offiziellen" Statistiken hernimmt: Val Mastallone 854 Einwohner abzüglich 22 Prozent Entvölkerung 1999-2009 mal 55 Prozent ergibt 366 tatsächliche Einwohner! Val Sermenza 799 ergibt eingedampft 343 Einwohner, Val Grande (das obere Sesiatal von Varallo bis Alagna, aber ohne die Kleinstadt Varallo und das Mastallone- und Sermenza-Tal) 2381 macht auch nur 1021 Einwohner, total also 1730 Einwohner in 2009 für sämtliche Bergdörfer zusammen oberhalb von Varallo. Das ist zufällig exakt die Einwohnerzahl von Hagelloch bei Tübingen, dem schönsten Ortsteil der Stadt mit der höchsten Lebensqualität Deutschlands. Nur teilt sich das im Sesiatal eben auf 20 (zwanzig!) selbständige Mikro-Gemeinden auf - die nicht nur nicht vernetzt sind, sondern more often than not auch noch gegeneinander intrigieren! - mit jeweils einem eigenen Bürgermeister, einem eigenen Rathaus und einer eigenen Verwaltung für durchschnittlich 86 Einwohner: ein administrativer und bürokratischer Irrsinn, der sämtliche gutgemeinten Ideen und Projekte schon im Ansatz zunichte macht und jeden halbwegs intelligenten Menschen brüllend davonrennen läßt. Ecco die gnadenlose Überalterung und die akut drohende totale Entvölkerung!
Region Piemont Entwicklung 2000-2006: Der Bevölkerungsrückgang ist besonders stark in einigen Gebieten der Nordost-Provinzen des Piemont. In weniger als 20 Jahren hat sich die Bevölkerung des Sesiatals praktisch halbiert. Was man als die "Krankheit" solcher Gebiete bezeichnen kann, ist die gesellschaftliche und wirtschaftliche Randlage. Sie ist der Ausgangspunkt eines Teufelskreises, der mit dem Zusammentreffen von Rezessionserscheinungen beginnt: der Bevölkerungsrückgang schwächt die Bevölkerungsstruktur, die Kaufkraft, die Einkommen und das System der lokalen Dienstleistungen, und er endet damit, daß er der Abwanderung den letzten Anstoß gibt. Somit entsteht eine Negativspirale, an deren Ende schließlich der praktisch völlige Verlust der menschlichen Besiedlung steht, mit einem stark negativen Einfluß auch auf die Erhaltung der Kulturlandschaft.
Susanne Lehringer schreibt in ihrem exzellenten neuen Werk Kulturlandschaft oder Wildnis in den Alpen auf Seite 525: "Die Erfahrung der Abwanderung von Familienmitgliedern, Verwandten und Nachbarn, der Zusammenbruch einer vertrauten Lebensform und der damit verbundenen Werte sowie der fortschreitende Verfall der umgebenden Landschaft stellen ein traumatisches Erlebnis dar, das diese Menschen tief geprägt hat. Dies drückt sich in einer resignativen, pessimistischen Grundstimmung aus, die zukunftsorientierten Initiativen im Weg steht. Die Menschen fühlen sich alleingelassen und vergessen. Sie erwarten von der Zukunft keine Verbesserung. Es dominiert ein allgemeines Gefühl der Marginalisierung und Benachteiligung, das für viele Berggebiete kennzeichnend ist."
In Rimella haben nach vielen Jahren harter Arbeit der Initiative Pro Rimella die meisten Einwohner allerdings verstanden, daß die verrückten deutschsprachigen Bergwanderer Geld im Dorf lassen und sich erst noch für ihr verlassenes Bergdorf interessieren und, das Verrückteste überhaupt ... wiederkommen! Anders als in Piana di Forno, wo Frau Lehringer ein Haus hat und zeitweise wohnt, gibt es in Rimella noch Läden und Bars und im Sommer ein Hotel, das zudem Etappenstützpunkt auf dem Weitwanderweg GTA ist, der allerdings von Jahr zu Jahr leider immer weniger Besucher ins Dorf bringt.
20. September 2003: Mit dem Bus nach Balmuccia, Wahnsinnstour auf die Alpe Ciresi Nigreri. Mitten im Dorf, ja sowas, da hat es ja noch einen Laden an der Hauptstraße! Der muß unbedingt unterstützt werden, also sofort rein und dies und das kaufen, Brot und reifen bockelharten Ziegenkäse direkt vom oberen Sermenzatal und ein Pfund Pfirsiche und La Stampa und die leckere Novi-Schokolade aus Alba passen sowieso immer ... Mein Herr, dies ist eine Kooperative nur für Mitglieder. Ich bediene Sie aber gerne, weil Sie Fremder sind und das nicht wissen konnten. - Scusa, Signora, ich möchte sofort Mitglied werden, weil ich solche Ideen gut finde und immer unterstütze. - Es ist 5 EUR pro Jahr, damit können wir wenigstens den Grundbedarf im Dorf anbieten und die restlichen Einwohner müssen nicht wegen einem Kilo Pasta bis nach Varallo reisen. - Signora, non lo crede, aber auch bei uns sterben die Dorfläden und diese Cooperativa ist eine Superidee!
Frau Lehringer schreibt auf Seite 517: "Wie eng die Bindung der angestammten Dorfbewohner an die Landschaft ist, wird besonders in den Erzählungen der ältesten Gesprächspartnerin von Piana di Forno deutlich, die heute noch, nach mehr als 30 Jahren, in ihren Träumen die Aufstiege zur Alpe, die Zahl der Wegkehren, die Ruhepunkte sowie die Überquerung steiler Pässe, die heute nicht mehr möglich ist, durchlebt. Die Dorfbewohner sind parallel zu den Landschaftsveränderungen gealtert. Sie haben den Landschaftswandel persönlich miterlebt. Durch ihr fortgeschrittenes Alter und den Verfall der Wege ist ihnen die vertraute Landschaft heute nicht mehr zugänglich und fremd geworden. Sie fragen detailliert nach dem Zustand der Alpen und der Wege dorthin. Durch den progressiven Verfall der Kulturlandschaft werden die Einheimischen von ihren Wurzeln getrennt."
Dieselbe Erfahrung haben wir auch in Rimella gemacht. Beim Betrachten der neuesten Digitalfotos von Jörg Klingenfuß sagt die alte Ada: "Das ist die Alpe Tossie. Dort habe ich meine ganze Jugend verbracht. Es war so schön und wir waren so viele Leute, das kannst du dir garnicht vorstellen. Wir sind barfuß bis zum Colle Segnara gelaufen, um die Ziegen zu suchen. Ich könnte heulen, wenn ich sehe, daß heute keine einzige Hütte mehr steht und man nur noch Ruinen sieht. Wir hatten sogar eine kleine Kapelle. Du mußt mir von dem Foto unbedingt einen größeren Abzug machen, damit ich es mit meinen alten Augen besser sehen kann. Wenn das mein Bruder wüßte. Und dann gehst du auf die Alpe Zer Obru Chescheru und machst mir ein schönes Foto von meiner Hütte rechts oben neben dem Brunnen, damit ich es noch einmal sehen kann, bevor ich nicht mehr da bin."

Man sieht hier gut, wie dünn und verletzlich die Vegetationsdecke im Gebirge ist. Wenn Wiesen nicht mehr gemäht oder durch Weidetiere abgefressen werden, kommt nicht etwa die "Urnatur" zurück - warum das so ist, steht hier! - , sondern die unumkehrbare Erosion zum nackten Fels beginnt: "An Steilhängen aufgegebene Mähder beginnen oft zu erodieren, da der Schnee im Winter an den nicht abgehauenen Pflanzenresten anfriert und bei allfälligem Abrutschen diese mitreißt und die Grasnarbe öffnet." erklärt der exzellente Alpenflora-Führer des SAC auf Seite 86. Die entstehenden Blaiken, die früher sofort mit Grassoden und Stabilisierungspflöcken repariert wurden und deshalb keine Bedrohung darstellten, haben sich aufgrund der unkontrollierten und somit ungebremsten Erosion innert fünfzig Jahren zu rechten Geröllhalden entwickelt. Niemand erinnert sich mehr daran, an welcher fruchtbaren Stelle mit einer meterhohen Humusschicht man gefahrlos Grassoden entnehmen kann und wie genau man sie richtig verpflanzt - ein jahrhundertealtes Wissen, das jetzt für immer verlorengeht. In weiteren fünfzig Jahren wird man keine Ruinen mehr sehen, und der ganze Hang, auf dem heute noch die Ziegen des knapp 80jährigen Costantino aus Sant'Anna weiden - des allerletzten Einwohners im diesem verlassenen Seitental von Rimella - wird eine einzige graue Geröllhalde sein! Der Verlust dieses Wissens ist dramatisch und unumkehrbar, weil es nach unserer jahrzehntelangen Erfahrung im Piemont keinerlei Aufzeichnungen gibt; sie wurden deswegen nie gemacht, weil dieses überlebenswichtige Wissen immer direkt vor Ort und selbstverständlich "nur" mündlich an die nächste Generation weitergegeben wurde; gleichzeitig wurde es den laufenden Veränderungen entsprechend kontinuierlich aktualisiert und optimiert. Niemand konnte sich vorstellen, oder gar voraussehen, daß innerhalb von nur wenigen Jahrzehnten viele abgelegene Berggebiete praktisch total entvölkert und aufgelassen werden! Ebenso weiß bald niemand mehr, wie man Pflanzen seit Jahrhunderten mit durchschlagendem Erfolg als Haus- und Heilmittel einsetzt. Noch vor 50 Jahren hatte auch in Württemberg jedes Dorf sein "Kräuterweible"; diese hochgeschätzten Frauen wußten hervorragend Bescheid über die - oft geheimen - Standorte der Heilpflanzen und deren Verarbeitung und natürliche Wirkung für Mensch und Tier. Frau Vogl-Lukasser schreibt in einer interessanten Arbeit über Osttirol: "Der Wandel in der Berglandwirtschaft geht einher mit einem unhinterfragten Ausscheiden vieler Elemente lokalen Wissens, beispielsweise Wissen über Alm- und Wiesenpflege, Futter- und Heilpflanzen, Landsorten, weil der gesellschaftliche, wissenschaftliche und politische Blick Hoch-, Informations- und Gentechnologie als einzige Lösungsstrategie für die Bewältigung aktueller ... Probleme postuliert."

Alpe Zer Obru Chescheru, Tüttschu für "Zur oberen Käserei". Diese Alpe wurde noch Ende der 1990er Jahre von Schaf- und Ziegenhirten zum gelegentlichen Übernachten benützt, deshalb sind vier Hütten noch recht gut erhalten. Zwei davon haben ein neues Wellblechdach, das zigmal billiger und schneller zu decken ist als die traditionellen Steinplattendächer. Adas Familie besitzt die Hütte rechts mit der Terrasse davor. Man sieht genau, wie diese Alpe vor Jahrhunderten an der weit und breit einzigen Stelle erbaut wurde, die vor den Lawinen geschützt ist durch die Felsen darüber. Aber auch hier sieht man schon die Entwicklung der seit etwa 30 Jahren vernachlässigten Blaiken zu unreparierbaren Geröllhalden! Eine gute Erklärung dieser Zusammenhänge für Laien steht hier. 24. Juli 2006, 1152.

Wenn man so wie wir mit den alten Leuten redet, hört man überraschend übereinstimmend immer wieder dieselben Geschichten, egal ob in Rimella oder im Stronatal oder 70 Kilometer Luftlinie weit entfernt im hintersten Val Verzasca im Tessin:
Laut dieser Statistik gab es 2006 in der Region Piemont noch über 1000 beladene Alpen mit mehr als 20 erwachsenen Rindern und über 300 Alpen mit weniger Rindern. Die total 22000 Milchkühe produzieren 77500 Liter Milch, aus denen 7500 Kilo Käse erzeugt wird. Diese Arbeit des Melkens und der Käseherstellung geschieht jedoch nur noch auf etwa der Hälfte der beladenen Alpen, woraus folgt, daß der Rest der Alpen - wie beispielsweise in der Schweiz - die Milch zur einfacheren Verarbeitung über Rohre und so weiter ins Tal transportiert.
Peter Danks, Geschäftsführer des Alpwirtschaftlichen Vereins im Allgäu, in Quo Vadis: "Die Kulturlandschaft ist das Produkt von vieler Hände Arbeit, fleißiger Menschen, die auch Freude an der Schönheit der Natur haben - und nicht etwa das Werk der zahlreichen Verordnungen und Vorschriften unkundiger Politiker und Beamten! Ohne Alpwirtschaft geht sowohl beim Tourismus als auch beim Naturschutz nichts, aber auch gar nichts mehr. Hoffentlich merken sie dies noch rechtzeitig."
Werner Bätzing, Autor der GTA-Wanderführer, schreibt schon 1986 über die zu erwartende Entwicklung in Bad Hofgastein: "Nur noch auf 12 von 55 Almen wird gekäst und gebuttert, meist von alten Leuten. Zu erwartende Entwicklung im nächsten Jahrzehnt: Die Landwirtschaft wird angesichts der Misere der EG-Agrarpolitik immer schlechtere Rahmenbedingungen erhalten."

Exemplarisch für die totale Weltfremdheit der "EU"-Politbonzen ist das Alpine Space Operational Programme 2007-2013. Hier in der schönen Universitätsstadt Tübingen sind wir ja von halbgebildeten Halbakademikern in den Halbhöhenlagen wahrhaftig einiges gewohnt, beim Teutates, aber ... dieser gnadenlos absurde "EU"-Quacksprech übertrifft nun wirklich alles und jegliches saudomms Läddagschwätz. Wohl bekomm's! Unseren besten Freunden im Piemont, den verarmten und vergessenen allerletzten Bergbauern dort oben, wird ein derart dämliches "EU"-Gelaber garantiert NIX bringen!

Believe it or not, aber die gallisch-zentralistischen Vollidioten der sogenannten "EU" wenden ihre weltweit begrinsten absurden Vorschriften sogar noch auf die letzten piemontesischen Bergbauern an. "Di difficile comprensione è il fatto che una località di montagna che per la salvaguardia dell'ambiente ha bisogno del contadino, dell'animale e che comunque non molti anni or sono contava 500 bovini, oggi non dovrebbe superare la produzione di latte attribuita ad una ventina di vacche." schreibt Mario Antonietti in Remmalju 1995. Über die wortwörtlich "extreme Dummheit" der lächerlichen "EU" schreibt Ferruccio Vercellino 2004 in seinem Werk Insediamenti Walser al sud del Monte Rosa: "Le richieste ufficiali sono di una extrema stupidaggine nei riguardi dei più poveri contadini, meritevoli di premio per il solo fatto di restare a coltivare i sassi delle montagne! In questi ultimi tempi, i laboriosi montanari non sono scomparsi certo soffocati dagli aiuti ricevuti a tempo e con criterio dalla amministrazioni centrali: erano una quantità troppo trascurata per tenerne conto ed è scomparsa una richezza e con essi anche un equilibro ecologico." Über die schwere Arbeit schrieb uns Nadino Zoppo aus Quincinetto (GTA-Etappe 13) am 29. März 2008: "Sono nato in montagna e sin da piccolo ho imparato quanto sacrificio serve per poterla mantenere integra e fertile. Il duro lavoro giornaliero della mungitura, lavorazione del latte, accudire la stalla, pascolare gli animali, falciare il fieno d'estate e spandere il letame in autunno. Un lavoro vissuto da bambino sino alla fine degli anni 60. Da allora ho continuato a fare lo stesso lavoro nella cascina dei miei genitori durante il mio tempo libero."


Im Raum Rimella werden die Alpen Bach, Bise Rosso, Calzino, Capezzone, Cevia, Fauto, La Res, Pianello, Pian Via, Ratte, Rondecca, Scarpiola, Selletta, Sinanecca und Solivo noch bealpt - noch! Die Älpler arbeiten sehr hart, sie haben meistens keine Krankenversicherung und oft schon mit 40 oder 50 Jahren kaputte Band- und Kniescheiben. Viele dieser Alpen haben nicht mal Strom oder ein Drahtseil zum Materialtransport und schon gar kein Geld für den Hubschraubertransport, wo eine Minute 18 EUR kostet, plus 15 EUR für die Bodenmannschaft - Originalrechnung siehe hier! Käse zum Verkaufen und riesige Heuballen für das Vieh im Winter müssen sie wie vor hundert Jahren mit dem Tragtier oder auf dem eigenen Rücken nach Rimella hinunterzerren - nota bene: ohne Haitäck-Bergstöcke mit Easy Lock System Nordic Thermo Trigger Komfortgriff Super Power Cross Trigger Schlaufe! "Non siamo abituati di fare domande, poveri noi", sagt die alte Luigina aus dem malerischen San Gottardo, aber daß die Gemeinde es seit über zwanzig Jahren nicht fertigbringt, wenigstens ein Stromkabel von San Giorgio die paar Meter hinauf zu ihrer Alpe Wan zu legen, damit sie abends ein elektrisches Licht hat, das zipft sie schon gewaltig an. Dazu kommt seit Jahrzehnten aus Brüssel der reine Psychoterror mit immer absurderen Arbeitsschutz-, Herstellungs-, Hygiene- und Vermarktungs-Vorschriften für bäuerliche Familien- und Kleinbetriebe, von denen insbesondere auch wegen dieser immer perverseren Bürokratie in den letzten 50 Jahren über 90 Prozent schon längst aufgegeben haben. Wenn aber nur noch hochsubventionierte fabrikähnliche Großbetriebe standardisierte Lebensmittel produzieren, sind die Folgen für den verdummten und vergifteten Verbraucher entsprechend katastrophal: Einheitsgeschmack und Massenfraß wie Analog"käse" (gibt es eigentlich auch Digitalkäse?), Form"fleisch", "Mozzarella" zusammengerührt in Bayern (!) aus chinesischem (!!) Milchpulver (!!!) und selbstverständlich "EU"-normgerecht, denn die kriminelle Lebensmittelindustrie schreibt sich praktischerweise ihre "EU"-Gesetze gleich selbst, "Schinken"imitat aus Stärke-Gel, Pseudo"garnelen" aus gepreßtem Fisch- und Hühnereiweiß, und wer da eine gefriergeschockte "Pizza Margherita" für Drei Komma Neunundneunzig kauft und glüht und frißt und gar noch glaubt, das sei eine Pizza Margherita mit tollen Tomaten und echtem Mozzarella, dem ist eh nicht mehr zu helfen... Pfui Teufel!

Es ist umfassend nachgewiesen, daß die kriminelle und korrupte "EU"-Agrar- und Strukturpolitik ausschließlich die Interessen der supersubventionierten großen Agrarfabriken bedient, die ihre politische und wirtschaftliche Macht seit über einem halben Jahrhundert natürlich auch brutalstmöglich dafür einsetzen, ausschließlich ihnen genehme Gesetze schreiben zu lassen und somit die lästige kleine individuelle Qualitäts-Konkurrenz ein für allemal umfassend zu vernichten. Exemplarisch ist die überaus lächerliche Käseherstellungshygienevorschriftenrichtlinie im Originaltext - keine Panik, es sind nur 40 Druckseiten:

Der 89jährige Älpler Robert Lauber arbeitet auf der Alpe Läger, unter dem Gipfel des Männlichen bei Grindelwald gelegen, und er wird zitiert in der SAC-Zeitschrift "Die Alpen" vom Juli 2009: "Schreibtischtäter, die das erfunden haben. Was herauskommt, ist Industriekäse, konform und neutral im Geschmack. Das macht doch keinen Sinn. Das ist doch ein Schritt gegen die Natur. Mit Sterilität machst du nicht nur die schlechten, sondern auch die guten Bakterien kaputt. Die EU wollte sogar die Verwendung von Holzbrettern für die Käselagerung verbieten." Was für Idioten!






Alleine im Mastallonetal gab es total weit mehr als 200 Alpen. Fast alle Alphütten sind wegen der massiven Entvölkerung schon vor mehreren Jahrzehnten aufgegeben und verlassen worden, was man auch auf unseren topaktuellen Fotos gut sieht, und sowieso auf keiner Karte mehr zu finden. Nur wir kennen diese extrem abgelegenen und einsamen Plätze - Romantik und Natur pur! - und deren spannende Geschichte sowie die verborgenen und längst vergessenen Wege dorthin, und auch weit darüber hinaus bis auf die unmöglichsten Pässe und wildesten Gipfel. Wegen der heutzutage unvorstellbaren Übervölkerung (!) im Mittelalter mußte damals buchstäblich jedes halbwegs ebene Fleckchen Erde als Alp oder Mähwiese oder Pferch oder Viehweide gerodet und genutzt werden: das Verb roncare heißt roden, es findet sich heutzutage aber nicht einmal mehr im 2200 Seiten umfassenden Paravia Langenscheidt Handwörterbuch Italienisch. Das participio passato ist ronco, was dann als Substantiv = Ortsname Ronco zigmal auf jeder Landkarte vom Tessin bis hinunter nach Sizilien aufscheint. Die Alpe Vairolo beispielsweise, mehr als 1000 Höhenmeter senkrecht über dem Mastallonetal gelegen mit spektakulärer Aussicht auf Cervatto, Fobello, Rimella und den Monte Rosa sowieso, liegt mühsame drei Stunden Aufstieg vom nächsten Dorf Ferrera entfernt und wurde wegen ihrer extrem exponierten Lage schon vor über 80 Jahren aufgegeben. Heutzutage sind dort oben nur noch die Wilderer unterwegs: einer der fleißigsten Vertreter unserer Zunft hat erst vor einigen Jahren unter der Hand eine einigermaßen erhaltene Alphütte auf der unterhalb von Vairolo gelegenen Alpe Giavina Lunga erworben, und das garantiert nicht, um dort spazierenzugehen oder Pilze zu suchen oder ein Knutschwochenende mit der Freundin zu verbringen ... "Porco cane, was lachst du eigentlich, ich mache doch schon lange nix mehr. Wenn ich aber zuuuuufällig gerade dort oben Blumen pflücke und es fällt zuuuuufällig ein schöner Gamsbock mit einem Herzinfarkt gerade vor mir auf den Weg, dann kann ich das arme Tier doch nicht einfach liegenlassen, oder?" Eben. Fotos anklicken!
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Im Mittelalter entstand die Idee der gemeinsamen Arbeit, beispielsweise beim Bau neuer Wege und beim Erhalt der bestehenden Wege.
Kunstvolle und extrem aufwendige Weganlage im Hochgebirge. Drei Techniken von links nach rechts: 1. Das Felseck wurde weggesprengt; am Zoom sieht man sogar noch recht gut die beiden senkrechten Sprengkanäle. Dieser Walserweg ist viele Hunderte von Jahren alt, und da es erst seit 400 Jahren Schießpulver und erst seit 170 Jahren moderne Sprengstoffe gibt, wurde mit großer Wahrscheinlichkeit die uralte Holzpfahl-Wasser-Methode angewendet. Unter dem Abbruch wurde mit einer Trockensteinmauer die Trasse angelegt. 2. Auch das Bachbett wurde mit Natursteinen hochgemauert, und darauf wurden massive Trittsteine gelegt, die auch bei Hochwasser oder durch Schneelawinen nicht weggerissen werden und außerdem die fragile Natursteintragmauer wirksam schützen. 3. Der Weg führt mitten durch eine labile Geröllhalde; diese wurde oberhalb durch eine Trockensteinmauer abgefangen, und unterhalb wurde auf einer weiteren Trockensteinmauer die Trasse angelegt. Was für eine ungeheure Arbeit! GTA Etappe 3 Bocchetta di Campello Monti - Rimella. 10. Oktober 2009, 1218. Foto anklicken!
Von dieser sogenannten "Corvè" waren insbesondere die Männer betroffen, und ihr Anteil an der gemeinsamen Arbeit entsprach exakt der Größe ihrer Familie, beispielsweise "San Gottardo, Riolo Giovanni, 10 Tage im Jahr". Die Corvè ist eine freiwillige und sinnvolle Absprache innerhalb einer Dorfgemeinschaft, und sie darf nicht verwechselt werden mit Frondienst und Knechtschaft der Leibeigenen für ihren Grundherrn, denn so etwas gab es in Rimella nie, oder gar mit dem perfiden System der Sklavenarbeit in den Kolonien, das hier beispielhaft beschrieben ist. Die Corvè wurde jeweils Anfang Jahr schriftlich festgelegt und genauestens überwacht und hat sich jahrhundertelang bestens bewährt. Vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in den Zweiten Weltkrieg waren die Arbeiter bei der Corvè sogar durch den Staat Italien garantiert gegen Unfälle versichert. Durch den Wegfall dieser Versicherung nach dem Krieg und insbesondere natürlich durch die dramatische Entvölkerung und Überalterung ist das System der Corvè in den 1950er Jahren endgültig zusammengebrochen und hat somit den flächendeckenden Verfall der Bergwege weiter beschleunigt.
Florian Boller zitiert einen Einheimischen in seiner sehr lesenswerten Arbeit über Wildnisgebiete im Tessin: "Wer unsere Berge nicht aus der Nähe kennt, kann sich von der riesigen Arbeit keine Vorstellung machen, die für den Bau der Alpwege nötig war. Es sind Kilometer von Stützmauern, Zehntausende von Stufen; an den schwierigsten Stellen war es nötig, den Weg aus dem Felsen zu meisseln, oder Stege aus Lärchenbalken zu bauen. Diese gefährliche Arbeit mussten die Menschen hängend an Seilen verrichten. Aber es gab nicht nur die Alpwege, die Kuhwege, wie sie genannt wurden. Man musste auch hundert andere, kleinere Pfade und Abkürzungen bauen, für die Ziegen, für die Wildheuer, damit sie an den unzugänglichsten Hängen den letzten Grashalm ernten konnten." Exakt an diese "unmöglichen" Heuwiesen erinnern sich heute noch die alten Leute von Rimella. Aurelia: "Da ragazza ho tagliato il fieno sotto s'Karl-Vurkelte e lo ho portato sulle spalle fino al Dörf." Donato: "Guarda quel prato pazzesco, lassù sotto la cima del Kaval. Roba da matt'!" Manuela: "Ci sono posti veramente assurdi, passi di venti centimetri, scale nella roccia dove passavano con i carici sulle spalle ..."

Wir verfügen über jahrzehntelange Wildniserfahrung, topaktuelle GPS-Daten, Zehntausende von Fotos, zigfaches optisches (!) Zoom und Hunderte von hochauflösenden Digitalpanoramen. Diese einzigartige Kombination ermöglicht uns - und sonst niemandem! - das Auffinden uralter Wegspuren, die nicht mal die Einheimischen mehr kennen. Beispielsweise entdeckt man - bei optimalem Sonnenstand und idealem Restschnee - oberhalb einer seit vielen Jahrzehnten total verlassenen und vergessenen Alpruine in exponierter Lage, die sogar den Superlawinenwinter 2008/2009 noch überlebt hat ...

... zwei uralte und extrem ausgesetzte "Weg"spuren durch den berüchtigten Dross auf einen so unscheinbaren wie hervorragenden Aussichtsberg ...

... die dann vor Ort tatsächlich - nur für Verrückte - eine erst noch spektakuläre Überschreitung ins supereinsame Nachbartal ermöglichen. "Lì è un po' brutto ..."

Auch der Dachbau ist gemeinsame Schwerstarbeit. Seit Jahrhunderten sind die Handwerker aus Rimella im ganzen Sesiatal und weit darüber hinaus als die besten Fachleute für Steindächer bekannt und entsprechend nachgefragt. Anhand dieses Fotos von der Alpe Selletta läßt sich anschaulich das ungeheure Gewicht eines Steinplattendachs ausrechnen. Hier leistet sich ein Flachlanditaliener aus Mailand den Umbau einer alten Alphütte als Ferienluxusbude. Die Lattung besteht aus 30 Sechziger-Latten von jeweils 8 Metern Länge. Die Granitplatten sind etwa 60 mal 40 mal 6 Zentimeter groß, sie wiegen unbehauen gute 40 Kilogramm und werden palettenweise mit dem Transporthubschrauber auf die gut sichtbare Hilfskonstruktion am First abgesetzt. Vor dem Legen werden sie fachmännisch vorsortiert, man sieht hier schön die "guten" Platten rechts, die "schlechten" links und die wiederverwendbaren Platten vom alten Dach ganz links: diese extrem kritische Selektion von Hand und nach Sicht ist eines der größten Geheimnisse der Rimmelesi und sie entscheidet darüber, ob das Werk "nur" 50 Jahre hält - oder doppelt so lang! Gelegt wird von unten nach oben und gleichzeitig werden die Platten nach außen behauen, so daß die Sichtkante am Ende etwa 35 Zentimeter Breite hat. Die Platten werden nicht eingehängt oder festgeschraubt, sie halten alleine durch ihr großes Gewicht bei der idealen Neigung und durch die Reibung bei der korrekten Überlappung. Total benötigt man bei diesem Dach pro Latte (800 : 35 =) 23 Platten, für 30 Lagen also 690 Platten und für beide Dachhälften total 1380 Platten. Das macht 1380 mal 60 mal 40 mal 6 = 19 872 000 Kubikzentimeter oder 20 Kubikmeter. Bei einem spezifischen Gewicht von 2,9 sind das total 58 Tonnen alleine für die Steinplatten. Dazu kommen noch etliche Tonnen für das massive Tragwerk. Was das ganze kostet - plus Transporthubschrauber für 18 EUR pro Minute plus Bodenpersonal für 15 EUR pro Minute plus Mehrwertsteuer - kann man sich denken ... Dünner, kleiner, leichter und wesentlich billiger sind Schieferplatten, die wegen der erheblichen Wasseraufnahme und raschen Verwitterung natürlich nicht so lange halten. 18. September 2006, 1021.


Neues Tragwerk für das pyramidenförmige neue Steinplattendach des Albergo Fontana, Gewicht etwa 200 (zweihundert) Tonnen. Das Foto vom 2. Juli 2006 zeigt die massive Eckkonstruktion mit Dachbalken aus 45 Zentimeter starken besonders ausgesuchten Lärchenstämmen. Auch die Sparren haben satte 30 Zentimeter. Pro Zentimeter Stärke muß das Tragwerk vor dem Bau ein Jahr lagern, sonst wird das nix, denn Holz schafft! Bei den besten Handwerkern aus Rimella - Planung, Statik, Mauerwerk, Tragwerk, Blechpatscherei und Dach kommen stets aus einer Hand! - hält so ein Steinplattendach etwa 80 bis 100 Jahre ...
Durch das System der Realteilung wird im Erbfall der Grundbesitz stark aufgeteilt. Eine zwangsweise Flurbereinigung wie beispielsweise nach dem Zweiten Weltkrieg in Baden-Württemberg hat es in Italien nie gegeben. Über die Jahrhunderte führte das zu einer unglaublichen Zersplitterung der Eigentumsverhältnisse, bei der die meisten Grundstücke nur noch wenige Quadratmeter klein sind. Wer sich einen aktuellen Katasterplan anschaut, den trifft wirklich der Schlag:
Digitaler Katasterplan von Villa superiore di Cervarolo im unteren Mastallonetal. Die Entfernung zwischen der Kirche, mit einem Kreuz gekennzeichnet, auf 882 Metern Seehöhe und dem Weg, der die Markung links begrenzt, genau westlich der Kirche auf 971 Metern, beträgt laut GPS genau 361 Meter. Daraus folgt, daß beispielsweise das mit einem roten Punkt markierte Grundstück eine Fläche von gerade mal 18 • 14 Metern hat, also lächerliche 252 Quadratmeter.
Etliche weltfremde grüngraue Schreibtischschwätzer glauben zu wissen, daß schon wenige Jahrzehnte nach dem Rückzug des Menschen und seiner Weidetiere aus dem Alpgebiet endlich wieder die romantisch (v-)erträumte "Urnatur" mit Tausenden von verschiedenen Pflanzenarten und ein paar Trillionen schöner Blumen und Schmetterlinge aus dem Nirwana "irgendwie und so" sanft darniederschwebt. In der Wirklichkeit trifft jedoch das genaue Gegenteil zu. Ausführliche Beschreibungen und Erklärungen findet man in den exzellenten wissenschaftlichen Standardwerken des Geographie-Professors und GTA-Führerautors Bätzing und insbesondere bei der Biologie-Professorin Lehringer, die im Wildnisgebiet unseres schönen Nachbartals Val Strona arbeitet und forscht - beides Leute mit jahrzehntelanger Praxis, die anders als irgendwelche tumbe Trielträumer auch schon öfters mal ein piemontesisches Buschmesser von nahem gesehen haben! - , sowie in Dutzenden von weiteren exzellenten Arbeiten wie beispielsweise hier: "Von allen Vegetationseinheiten weisen extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden die größten Artenzahlen pro Fläche auf. Schon gewisse Zwischenstadien wie beispielsweise Grünerlengebüsche sind ausgesprochen artenarm. Magerrasen entwickeln sich im Südtessin innert 15 Jahren zu dichten Vorwäldern. Rote-Liste-Arten werden im Berggebiet durch die Bewirtschaftungsaufgabe zurückgedrängt." ... und nicht etwa begünstigt! Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. April 2008, über die Familie Wehrli auf einer Alp in der Schweiz: "Dort, wo es keine Hirten mehr gibt, holt sich die Natur das Land zurück, das man ihr mühsam abgetrotzt hat. Der Wald kommt und nimmt sich pro Sekunde eineinhalb Quadratmeter Schweiz, das sind jeden Tag zehn Fußballfelder. Täler und Alpwiesen verschwinden, mit ihnen die Vielfalt der Arten." Auch für die gerade in Rimella unglaublich große Vielfalt und Vielzahl an Schmetterlingen und anderem Krabbelzeug ist der Grünerlen-Dschungel tödlich:






Da hat einer eine Handvoll Häuser auf einen nackten Berghang geworfen, an der einzigen Stelle weit und breit, die nicht zu steil und auch nicht lawinengefährdet ist. Das da ist nicht Tadschikistan oder Tibet, sondern Meula in einem der wildesten Seitentäler des Mastallonetals, das wir besser kennen als irgendjemand sonst. Vor hundert Jahren hatte es 300 Einwohner, heute 3 (drei). Nur im Frühjahr, das heißt in den zwei bis drei Wochen unmittelbar nach der Schneeschmelze und vor der Wiederbelaubung, sieht man, daß drumherum alles, aber wirklich alles! bis in die steilsten Gräben und in den nackten Fels hinein, mit Trockenmauern terrassiert war. Was für eine ungeheure Arbeit! Standort Cima Lavaggio, 22. April 2006, 1123.

Villa superiore, einer der höchsten Ortsteile von Rimella. Auch hier sieht man die alten Trockenmauern, die jetzt mit Gras zuwachsen und von unten nach oben verbuschen. Inutile dire che, auch in diesem Labyrinth von Terrassen gibt es Wege, die weder beschildert noch markiert sind und die nur wir kennen. Standort Monte Tracciora di Fobello, 10. Mai 2007, 1132.

Diese Schwarzweißfoto wurde etwa um das Jahr 1900 herum aufgenommen. Der Autor ist unbekannt, sein Standort war höchstwahrscheinlich die Alpe La Res, also etwas weiter rechts = südlich als unser Farbfoto von 2007. Vor über 100 Jahren muß es eine Sauarbeit gewesen sein, die schwere Fotoausrüstung mit Teleobjektiv und Stativ dort hinaufzuschleppen. Diese einzigartige Dokument wurde uns erst 2006 unter der Hand von den Einheimischen zugespielt. Man sieht sehr gut die alten Terrassen und Felder links = nördlich von Villa superiore, lange vor der brutalen Entvölkerung und darauffolgenden Verbuschung. Bemerkenswert ist, daß der überlebenswichtige "Pineta", der Lawinenschutzwald über den zentralen Dorfteilen, der heute - siehe oben - unmittelbar oberhalb der Häuser beginnt, hier nicht zu sehen ist. Stattdessen sieht man unmittelbar über den ersten Häusern einen riesigen vegetationslosen Erosionsgraben, den es heute nicht mehr gibt - siehe oben; diesen Graben haben wir jeweils mit einem roten Pfeil markiert. Es handelt sich wohlgemerkt nicht um den großen Graben links des Schutzwaldes! Daraus folgt: erstens, der Erosionsgraben wurde innerhalb der letzten hundert Jahre fachmännisch perfekt befestigt und bepflanzt; heute kann das niemand mehr. Zweitens, ebenfalls innerhalb der letzten hundert Jahre wurde der Lawinenschutzwald durch gezielte Anpflanzungen bis unmittelbar über die obersten Häuser ausgedehnt. Wie man bei uns sagt: "Die Alten waren auch keine Seckel"!
Die restlichen Einwohner sprechen selbst von "fazoletti qua e la", weit auseinanderliegenden Flächen von der Größe eines Taschentuchs. Wegen der harzigen Mentalität der Bergbewohner ist eine Zusammenlegung mit dem Ziel der rationelleren und einfacheren Bewirtschaftung praktisch unmöglich und käme heute sowieso viel zu spät. Schon die Idee, die fünf Mikrogemeinden im Mastallonetal - Cervatto, Cravagliana, Fobello, Rimella und Sabbia - mit total 370 Einwohnern endlich zusammenzulegen, um effektiver zu arbeiten und gegenüber den Behörden mehr Macht zu haben, führt zu flächendeckenden Lachkrämpfen und zur Feststellung: "Das ist vollkommen unmöglich, da würde sofort der Krieg ausbrechen." Cervatto hat - nach eigener Aussage! - im Winter 22 Einwohner, und wenn man die Leute genauer fragt, sind es tatsächlich nur noch acht!
Eine weitere uralte Tradition, von der die bedauernswerten grüngrauen Schreibtischtäter aus den Städten genausowenig Ahnung haben, ist das Wildern. Je fanatischer beispielsweise Gebiete des wilden Sesiatals geschützt, gesperrt, reguliert und verwaltet werden, umso aktiver werden die Wilderer: A casa mia comando io! Exemplarisch sind die zunehmend chaotischen Zustände im nahen Nationalpark Val Grande. Nachdem der Parco Naturale Alta Valsesia in den 1980er Jahren dekretiert wurde und in der Folge insbesondere der Kollege B. aus Morca so ziemlich alles leergeschossen hatte, hat sich im mittleren Sesiatal dagegen die Lage normalisiert. Zum Glück hat auch er sich inzwischen beruhigt, denn an und pfirsich sollte man den Spaß und vor allem die Provokation nicht unnötig übertreiben. Nach dem Superwinter 2008/2009 war er mit seinem Sohn ein paar Tage lang ein paar Täler weiter weg zum Tragwerksbau auf einem von der Schneelast eingestürzten Dach in Tapponaccio ("porco cane, non mi conosci più?"), mit Übernachtung in der daneben leerstehenden Alphütte vom Remo, der es mit seinen Kühen und seinen 77 Jahren jetzt "nur noch" bis Oro Negro schafft, und die beiden hatten garantiert nicht nur Brot und Wein und Salame und Grappa dabei im Rucksack, und das ganze Tal war alarmiert: "Der Hubschrauber hat dann zuallerletzt noch so einen ganz komischen Transportsack von der Baustelle heruntergeflogen zu deren Lastwagen ... Den haben sie aber nicht aufgemacht und da war sicher ein starker Hirsch drin und ein paar Gams sowieso ..." Wer "geht", macht das schon lange nicht mehr aus der Not heraus, so wie es beispielsweise zur überlebensnotwendigen Fleischversorgung im Zweiten Weltkrieg geschah, als es eben auch noch "richtige" Winter gab. Wer "geht", demonstriert heute damit insbesondere gegenüber der Obrigkeit, daß sie in seinem Gebiet überhaupt garnix zu suchen oder gar zu befehlen hat und daß er bei sich zuhause macht, was er will: A casa mia comando io!

Jeder Einheimische weiß natürlich ganz genau, wer "geht", und witzigerweise hat es unter ihnen auch Parkaufseher und Jäger, denn die Grenzen diverser Persönlichkeiten sind fließend ... Im übrigen ist im zunehmend menschenleeren Wildnisgebiet des Sesiatals mehr als genügend Wild für alle da. Wenn die Wilderer links gehen, gehen die Carabinieri rechts, denn man kennt sich sowieso und nur zu gerne vermeidet man unnötigen Ärger und lästige Schreiberei. Hat man eigentlich den fetten Forstaufseher F. schon mal oben im wilden Val Piatt gesehen, das genau das Gegenteil von "piatt" ist und an dessen Eingang man nur nach 400 Höhenmetern steilem Aufstieg gelangt - auf einem Schleichweg für Eingeweihte, dessen Anfang wir wie immer absichtlich zugewachsen lassen, damit ihn sonst keiner findet? Daß diese hohen Herren vom Corpo Forestale dello Stato sowieso nur im Jeep herumfahren und eh keine Ahnung haben, sieht man schon auf den begrinsenswerten Fotos von ihrer Webseite ...

Im Wildnisgebiet Mastallonetal - Sesiatal gibt es wegen Dummheit und Orientierungsverlust jedes Jahr mehrere (!) tödliche Unfälle, insbesondere unter den großstädtisch naturentfremdeten Flachlanditalienern aus Mailand oder Rom bei der alljährlichen durchgeknallten Pilzsammelorgie im Spätsommer. Nach den wochenlangen Regenfällen im Frühjahr 2008 werden die Pilze jetzt regelrecht explodieren und muß daher heuer schon ab August mit Dutzenden von verunglückten fanatischen Pilzverrückten gerechnet werden. Diese unsere Vorhersage vom Mai 2008 hat sich leider schrecklich bestätigt ...
Es handelt sich hier nicht um ein rotesockenkariertehemdenmäßiges vollerschlossenes Stocknägeltouristengebiet, sondern um das Ende der Welt, wo kaum noch jemand wohnt. Abseits der einigermaßen gut markierten - und auf dieser Internetseite exzessiv beschriebenen! - GTA sind die nach jahrhundertelanger Entvölkerung überhaupt noch vorhandenen Wege prinzipiell NICHT markiert und auch mit dem verfügbaren Kartenmaterial NICHT zu finden. 2005 drei tote Turnschuh-Mailänder im Sermenzatal innerhalb von nur 10 Tagen! In Ihrem ureigensten Interesse sollten Sie unbedingt diese nachdrückliche Warnung lesen, verstehen und vor allem auch beachten. Lebensgefahr!
Am 21. Juni 2007 verunglückte eine deutsche GTA-Wanderin im wilden Hinterland von Biella. Auf den "alten Maultierwegen, die leider sehr zugewachsen sind, so daß man besser das Sträßchen benutzt" (Zitat GTA-Nord-Führer Seite 123), kam sie völlig vom Weg ab, stürzte 15 Meter in die Tiefe und brach sich ein Bein. Da sie beim Absturz auch noch den Rucksack mit dem darin aufbewahrten Taschentelefon sowie Essen und Trinken verloren hatte und diesen erst drei Tage später wiederfand, konnte erst am Vormittag des 24. Juni nach zahlreichen dringenden Telefonaten Unglücksort - München - Tübingen - Rimella - Biella - Turin speditiv die Rettung organisiert werden. Wegen starkem Nebel war ein Hubschrauber-Einsatz zunächst nicht möglich. Mehreren großen Suchgruppen der Bergrettung, der Carabinieri und der Einheimischen gelang es erst nach stundenlanger Suche im piemontesischen Wildnisgebiet, die hilflose und schon sehr geschwächte Frau zu finden; sie lag anderthalb Gehstunden entfernt von der GTA "vier Täler weiter weg an einer wirklich schwierigen Stelle" (Zitat Bergrettung in La Stampa) in der Nähe eines längst aufgelassenen Steinbruchs und "die Nächte waren eiskalt", wie sie uns am 30. Juni telefonisch berichtete. Bei inzwischen besserem Flugwetter konnte sie mit dem Hubschrauber erst am Sonntagabend lokalisiert und gerade noch rechtzeitig vor dem Wiederaufziehen des Nebels ins Krankenhaus nach Borgosesia geflogen werden. Unser Dank geht insbesondere an unseren Mitarbeiter und exzellenten Gebietskenner Signore Marco Prinsecchi aus Lessona bei Biella, der am Wochenende zufällig in seiner Ferienwohnung in Rimella war und dessen blitzschnelle Reaktion und persönliche Kontakte vor Ort ausschlaggebend für die glückliche Rettung waren. Wir verzichten an dieser Stelle auf einen Kommentar und hoffen, daß jeder GTA-Wanderer für sich selbst seine eigenen Schlüsse aus diesem dramatischen Vorfall zieht und seine Erkenntnisse zur Risiko-Minimierung, beispielsweise mit GPS, auch herrgottsakramentnochmal tödlich konsequent in die Praxis umsetzt!

Zwei deutsche GTA-Wanderer haben uns Mitte Juni 2009 in Rimella berichtet: Wegen der zahlreichen Altschneefelder und Lawinenrinnen haben sie ex Alpe Pian Lago die GTA zur Balma und zum Lago di Ravinella nicht gefunden. Daher wollten sie im Arsatal auf einem Weg, der in der Karte steht, nach Rumianca absteigen. Im freien Alpgelände war dieser alte Weg noch teilweise zu finden, weiter unten in der grünen Hölle des Piemont ging dann nix mehr. Also haben sie nach stundenlangem Herumsuchen, angesichts der fortgeschrittenen Tageszeit und wegen der durch die massive Schneeschmelze je weiter abwärts desto unpassierbareren Wildbäche, das einzig Richtige gemacht: sie haben sich hingesetzt und von 110 an aufwärts alle Notrufnummern am Taschentelefon durchprobiert, da ihnen die 118 der Bergrettung unbekannt war. Unter 112 konnten sie glücklicherweise die Carabinieri in Domodossola erreichen, die angesichts der Sprachprobleme speditiv einen deutschsprachigen Kollegen herbeigezaubert haben. Anhand der Karte konnten sie ihm ihren Standort recht gut beschreiben. Die Carabinieri haben sofort die Kollegen von der Bergwacht alarmiert, die dann spätabends die beiden Wanderer gefunden und sie wohlbehalten nach Rumianca hinuntergeführt haben. Mit ihrem Auto sind sie dann nach Forno gefahren und haben die Weitwanderung ex Albergo Leone fortgesetzt. Als Gebiets-Spezialisten empfehlen wir übrigens schon seit vielen Jahren Forno als den idealen Einstieg in die GTA!

Ein deutscher GTA-Wanderer hat auf dem Weg von Rimella zur Bocchetta di Campello Monti zuerst seinen Mitwanderer aus den Augen und später im Nebel die Orientierung verloren. Wer das jetzt liest und glaubt, auf diesem GTA-Trampelpfad könne man sich im Leben nie verlaufen, der hat leider keine Ahnung von der Realität. Axel Wittmann war so vernünftig, nicht weiterzugehen, und hat die kalte Nacht an Ort und Stelle verbracht. Sein Kollege hat erst um Mitternacht nach Rimella zurückgefunden und Alarm geschlagen, und die Bergrettung hat den unverletzten, aber erschöpften Wanderer am nächsten Morgen geborgen.



Am 4. November 2007 sind drei italienische Bergwanderer auf dem Rückweg vom Cimone di Straolgio, im Gebiet des Loanatals südlich von Malesco, einer unbekannten Wegspur ins Wildnisgebiet gefolgt und haben sich verlaufen. Sie hatten keine Taschenlampen dabei - ein tödlicher Fehler! - und in der Dunkelheit ist einer von ihnen abgestürzt und war sofort tot. Felice Darioli, Leiter der dortigen Bergrettung, warnt: "Mai avventurarsi su percorsi sconosciuti, sempre tornare sui propri passi, soprattutto quando sta per mancare la luce." Auf deutsch: "Sich niemals auf unbekannte Wege wagen, (im Zweifelsfall) immer auf den eigenen Spuren (auf dem bisherigen Weg) zurückgehen, vor allem bei drohender Dunkelheit." Wir fügen hinzu: und wenigstens einer könnte ja auch eine Taschenlampe mit Ersatzbatterien und Ersatzbirnen mitnehmen, herrgottsakramentnochmal!
Dieselbe eindrückliche Warnung von der Bergrettung Domodossola, deren Webseite wir dringend zur intensiven Lektüre empfehlen: "Se si perde il sentiero o le tracce, se non si è sicuri di dove ci si trovi l'unica alternativa è ritornare sui propri passi e raggiungere una zona nota per fare il punto della situazione e quindi riprendere la gita. Mai per nessun motivo continuare alla cieca, ci si potrebbe trovare nella situazione di non saper più ne scendere ne salire." Auf deutsch: "Wenn man den Weg oder die Spuren verliert, wenn man sich über den eigenen Standort nicht sicher ist, ist die einzige Möglichkeit, auf den eigenen Spuren (auf dem bisherigen Weg) zurückgehen und ein bekanntes Gebiet zu erreichen, um die Lage zu überdenken und dann die Wanderung fortzusetzen. Niemals, weshalb auch immer, blind weitergehen, man könnte in die Lage kommen, daß man nicht mehr vor und zurück weiß!"

Trauriger Artikel im Tagi: Anfang August 2007 sind zwei junge Schweizer im Valgrande tödlich verunglückt. Die genaue Todesursache ist immer noch nicht bekannt. Die Leichen wurden erst nach einer Woche gesucht und gefunden. "Kartenmaterial, GPS und Notfunkgerät" konnten das Drama offensichtlich nicht verhindern. Nochmal - wie oft eigentlich noch? - im Klartext: in den wilden Schluchten des Val Grande hat es KEINEN Natel-Empfang! NUR sauteure Satelliten-Telefone funktionieren hier! Das Geschehen ist rätselhaft. Wenn sie von Cuzzego aus losgegangen sind und in Tat und Wahrheit "in 1100 Metern Höhe im Valfredda" gefunden wurden (das wären ziemlich genau die Hüttenruinen der ehemaligen Holztransport-Seilbahn-Station Valfredda, also das rote Kreuz auf der Karte unten), muß vermutet werden, daß sie eine West-Ost-Durchquerung des gesamten Val Grande geplant hatten, die so aber schon lange nicht mehr möglich ist. Das steht auch glasklar auf sämtlichen offiziellen und privaten Val-Grande-Webseiten, und die Schnapsidee, wegen der alljährlich wiederkehrenden Unglücke unbedarfter Touristen diese Webseiten "zu verbieten", sagt wohl alles über den Geisteszustand einiger durchgeknallter Sesselfurzer in der Nationalparkverwaltung drunten im Flachland von Novara ... Es steht noch deutlicher an sämtlichen Zugängen in die Kernzone, und vollkommen zu Recht, in drei Fremdsprachen und erst noch in Deutsch:


"Von Biwakplätzen im Flussbett und in unmittelbarer Nähe ist unter allen Umständen stets abzusehen! Bei in der Nähe befindlichen Gewittern muss das Flussbett zwingend sofort verlassen werden!" schreibt auch Gebietskenner Seeger glasklar! Die Schlucht von Arca jedenfalls ...

... ist wegen der längst verrotteten hundert Jahre alten Holzkonstruktion, auf der bereits im Juli 2005 ein Schweizer Tourist tödlich abgestürzt ist, schon lange nicht mehr begehbar. Wahrscheinlich haben die beiden das noch rechtzeitig gemerkt und dann auf dem in der neuen (!) Auflage 2000 der Schweizerkarte 285 Domodossola immer noch eingezeichneten, zunächst guten "Weg" über die Bocchetta della Valfredda die Flucht aus dem innersten Schluchtenkessel nach Süden versucht. Diesen "Weg" gibt es aber oberhalb der alten Seilbahnstation schon lange nicht mehr - "Tatsächlich aber ist das Gelände viel zerklüfteter und es bestehen deutlich mehr Seitentäler und -tobel, als die Karte es vermuten liesse. Die Orientierung in dieser Zone gestaltet sich - ganz besonders im Aufstieg - recht schwierig. Es ist wichtig zu wissen, dass der Rio Valfredda stets der am östlichsten gelegene Bachlauf ist." stand auf einer inzwischen abgeschalteten chaotischen Webseite - und sie waren nach zehn Tagen in der totalen Wildnis zweifellos am Ende ihrer Kräfte und saßen in der Falle. Der Abstieg (!) von der Scharte in die Schlucht dauert acht Stunden, im Aufstieg dürften es mit 20 Kilo Gepäck am Rücken mindestens zehn Stunden sein, aber auch nur für geistig und körperlich wirklich topfitte Leute. Außerdem hat es auf der Südseite dieser kriminellen Überquerung im April 2005 einen riesigen Felssturz gegeben mit labilen Blöcken so groß wie Häuser, der das Gelände radikal verändert hat: "rischi eccessivi" steht hier und man sieht das Gelände sogar vom Zug aus bei den drei blauen Silos (GPS 449059 5094234)! Anhand dieser präzisen Webseite und der alten (!) Auflage der Schweizerkarte von 1963 hätten sie jedoch sehr wohl die alte Wegspur finden können, die vom unteren Valfredda ex 1100 Meter - exakt ab dem ehemaligen Holzumschlagplatz mit den fünf Hütten bei der alten Seilbahnstation - über die Bocchetta del Bosco (unbenannter Punkt 1465 Meter auf der Karte) und praktisch eben durch den Bosco Grande nach Westen ins rettende Val Serena führt, das als letzter Ort noch bis 1969 bealpt war.

Dieser Weg ist hier beschrieben und erreicht in maximal drei Stunden die seit über zehn Jahren bestens markierte und jetzt relativ leichte Durchquerung Malesco - Premosello - auf der Karte von der Alpe In La Piana, rechts oben, zur Alpe della Colma di Premosello, links unten - die inzwischen auf mehreren Webseiten und in mehreren italienischen Führern sowieso beschrieben ist, mit bequemer Unterkunft in einer der soeben erst exzellent hergerichteten alten Alphütten mitten auf dem Colma di Premosello mit Superpanorama ...

Aufgrund einer Meldung auf Azzurra TV ist auch dieses Geschehen denkbar: der Einstieg in den innersten Schluchtenkessel erfolgt nicht ex Cuzzego, sondern ex Cuzzago ausgerechnet über die (siehe oben) extrem gefährliche und schwierige Bocchetta della Valfredda mit Endziel Scaredi, anstatt beispielsweise über die wesentlich einfachere Colma di Premosello mit Schutzhütte auf dem Paß. Die Neue Zürcher Zeitung schreibt: "Die beiden Männer waren vermutlich schon seit einer Woche tot. Sie hatten ihr Zelt wahrscheinlich am Ufer eines Flusses aufgeschlagen, der bei einem heftigen Gewitter anschwoll und die beiden mitriss." Sie verunglückten folglich mit großer Wahrscheinlichkeit schon am allerersten Tag im Wildnisgebiet.

Damit hier keine Mistverständnisse aufkommen: das Wildnisgebiet Rimella und Mastallonetal ist vom Val Grande nur durch das Tal des Toce getrennt - siehe das Foto oben - und von der Landschaft und von der Einsamkeit in den dschungelüberwucherten Seitentälern her durchaus vergleichbar. Von Vogogna am Rand des Nationalparks zur Cima Capezzone sind es nicht mal 10 Kilometer Luftlinie. Von der Unglücksstelle im Valfredda zum fantastisch gelegenen Lago di Capezzone, den wir im Rahmen einer einzigartigen Überschreitung auch mit unseren Wandergruppen aus Rimella besuchen, sind es weniger als 20 Kilometer!

Auszüge: "Situation der formalen Gruppenkonstitution und der Trennung von radgestützter Fortbewegung ... Autonomie- und Freiheitsverständnis des bürgerlichen Gehdiskurses um 1800 im aufrechten Gang ... als ob die Subjekte die sinnstiftende Einheit ihrer biographischen Bemühungen nicht abgenommen bekämen, es sei denn, sie würden sich den präformierten Angeboten der Lifestyle Industrie oder den Hilfe versprechenden Angeboten des Psychomarktes subsumieren und dabei auf den Anspruch von Autonomie und Unverwechselbarkeit verzichten ... theoretisch-intellektuelle Sache im Modus des wandernden Unterwegs-Seins mit dem Rucksack ... krisenhafte Auseinandersetzung mit der Belastung des Körpers ... Wege werden zu unbegehbaren Tierpfaden oder enden in dornigem Bodenbewuchs und in unpassierbaren Bereichen ... Eigenrealisation und didaktische Meta-Ebene ... die Sorge um sich Selbst folgt dem asketischen Prinzip des Omnia mea mecum porto, das sich in den Behältnisformen wie Rucksack, Seesack oder Packtaschen ausdrückt ... ein bei vielen ausgeprägtes Desinteresse an eigenem Kartenstudium zur Beurteilung der Möglichkeiten ... tiefenzeitliche Dimension, die derartiges Gestein immer in sich trägt ... subjektive Semantik von Nebel und Gewitter ... Äußerst überraschend schlägt direkt vor uns ein Blitz mit einem fulminanten Donnerschlag ein ... Nach kurzer Zeit geht wieder unmittelbar vor uns mit großem Geschmetter ein heller Blitz nieder ... Erst in der Abenddämmerung, mit mehrstündigem Abstand, ist die Gruppe auf der Alp komplett." Porca madonna! Roba da matt'! Zu guter Letzt blieb trotzdem ein guter Eindruck übrig: "Begebenheiten, die für mehr oder weniger alle bedeutsam waren: Die Übernachtung auf der Alpe Maccagno. Die Schwierigkeiten, die beim Unterwegssein bewältigt wurden. Die Rhythmen des Tages, die in scharfem Kontrast zum sonstigen Alltag standen. Natürlich auch die Landschaft, deren Schönheit und deren Erhabenheit die Wanderung für viele 'beeindruckend' machte."


Auch Giuseppe Brenna, Autor des SAC-Clubführers Tessiner Alpen, schreibt: "Die geschilderte Situation bezüglich der Bergwege ist entstanden, weil die Bergbevölkerung seit Jahrzehnten auf die Nutzung der Berghänge verzichtet. In solche Gebiete begebe sich nur, wer erfahrener Bergwanderer ist. Dabei ist mit zeitweisem Abkommen vom Weg zu rechnen. Dies bedingt, dass der Bergwanderer sich in solchen Situationen zurechtzufinden weiss und innerlich bereit ist, auf der Suche nach dem Weg wieder kehrtzumachen, auch wenn daraus ein Höhenverlust von Hunderten von Metern entstünde. Wichtig: Sofern man den Weg verloren hat, auf keinen Fall in Panik geraten und nicht darauf beharren, in Richtung offensichtlich unwegsamer, auswegloser Örtlichkeiten und ohne geringste Pfadspuren weiterzugehen, dies besonders im Abstieg nicht. - In gewissen, vergessen gegangenen Tälern finden sich praktisch keine Wege mehr, höchstens vielleicht Reste alter Weganlagen, Steintreppen und so weiter. In solche Gebiete sollen sich nur Bergsteiger wagen, die sich auf eine entsprechende, spezielle Erfahrung stützen können, ausser sie befänden sich in Begleitung eines erprobten Gebietskenners. Die Bereiche zwischen den Talsohlen und der Waldgrenze, mit Hunderten von Metern Höhendifferenz, sind hier Labyrinthe mit einer unglaublichen Ballung von Hindernissen, wie Runsen, Wänden und Schluchten. Des hohen Grases wegen ist im Sommer die Beschaffenheit dieser Pfade noch schlechter. Die Blätter der Bäume verleihen dem Gelände ein gleichförmiges Aussehen und können dabei bedeutende Felsstufen verdecken. Was auf der Landkarte als regelmässiger, bewaldeter Hang eingezeichnet ist, kann in solchen Fällen in Wirklichkeit ein unglaubliches Durcheinander von Terrassen, Schluchten und Felsgürteln sein."
Wenn Sie die letzten Einwohner in den vergessenen piemontesischen Bergdörfern unterstützen wollen, machen Sie Urlaub dort oben bei ihnen. Die Gegend ist mindestens so schön wie Südtirol vor hundert Jahren, ohne Massentourismus und mit Tausenden von "richtigen" Bergen von 1000 bis 4800 Metern Höhe. Zentrale Touristenbüros und Internetadressen mit Unterkunftsverzeichnissen finden Sie hier. Alle Wanderkarten und Führer gibt es hier bei uns in Tübingen. Fragen Sie in den Touristenbüros nach weiteren Informationen. Fragen Sie an Ort und Stelle in den Sektionsbüros des Italienischen Alpenvereins nach geführten Wanderungen und weiteren Angeboten. Unterstützen Sie regionale Projekte wie die GTA und lokale Projekte wie die Initiative Pro Rimella. Machen Sie aussagekräftige Fotos und zeigen Sie Ihren Freunden zuhause, wie schön und erholsam man abseits vom alpinen Massentourismus reisen und wandern kann. Wenn es Ihnen gefallen hat, kommen Sie bitte wieder. Lernen Sie Italienisch, reden Sie mit den freundlichen Bergbewohnern und genießen Sie das gute Essen in der kulinarisch führenden Region Europas. Unterstützen Sie Slow Food. Bekämpfen Sie die wahnsinnigen Vorschriften der sogenannten "EU". Setzen Sie sich ein für den Erhalt jahrhundertealter Rezepte, traditioneller Qualitätsprodukte und kleiner Familienbetriebe. Es lohnt sich, weil es einfach besser schmeckt - und erst noch viel gesünder ist! Kaufen Sie einheimische Produkte direkt beim Erzeuger vor Ort und nicht im Supermarkt in Borgosesia oder Mailand. Wenn es Ihnen nicht angeboten wird, fragen Sie danach: nur eine Nachfrage erzeugt einen Markt!
Nel cuore delle Alpi - Im Herzen der Alpen: "Oggi la valle, grazie alla sua gente piena di volontà, è cambiata, ma ha conservato il bene più prezioso: l'ambiente! Questa valle ha cime che dispensano panorami solari e stupendi, e silenzi surreali. Un patrimonio naturale a cinque stelle per l'escursionista sensibile e intelligente."

Waldbestand im Sabbiolatal, einem Seitental des Mastallone, wo innerhalb der beiden rot abgegrenzten Flächen die Früchte für eine Samenschule genutzt werden, nach Datenbanken der Region Piemont. Oben links die "Cima di Locce" (in Wirklichkeit die Cima dell'Oca, aber in der Gegend treibt sich außer ein paar Wilderern und Jörg Klingenfuß sowieso niemand mehr herum), oben rechts der Pian delle Streghe am Grat zum Turlo, unten links der "Strand" von Selva di Cravagliana, unten rechts Villa superiore di Cervarolo. Anhand der verschiedenen Farben sieht man gut die überwältigende Vielfalt an Buschwerk sowie an Buchenwäldern, Eichenwäldern, Kastanienwäldern und Nadel-Wäldern und zahlreichen Einzelvorkommen von selteneren Arten. Sofort fällt einem der mysteriöse Bosco dell'Impero ein, der natürlich nicht auf der Karte bezeichnet ist!
Die nachstehenden Fotos wurden nach dem Aufnahmedatum sortiert und umfassen das gesamte Sommerhalbjahr von Anfang April bis Ende September sowie das gesamte Gebiet des Mastallonetals und seiner wilden Seitentäler von den Bergen Rimellas bis hinunter nach Varallo. Vom Frühjahr über den Sommer bis in den Herbst gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Blumen. Die in den Nord- und Ostalpen ebenfalls verbreiteten Blüten wie beispielsweise Alpenrose, Arnika, Kirsche, Krokus und Silberdistel lassen wir hier natürlich weg. Im Gebiet Sesiatal gibt es kein Wald- und kein Artensterben (warum, das steht hier) und somit anders als in Südtirol oder den Dolomiten viel mehr ungewöhnliche Blumen und Schmetterlinge. "In questa comunità Walser abbiamo una presenza botanica veramente rimarchevole, direi quasi eccezionale." schrieb Giuseppe Pedrizzetti in Remmalju 1997. Die Arten wurden bestmöglich identifiziert anhand des Standardwerks Alpenflora vom Schweizer Alpen-Club SAC, das wir hier beschreiben, und insbesondere des exzellenten Großformat-Bildbands Flora Eletta Valsesiana. Aufgeführt sind der lateinische Name, die lokale Bezeichnung im Sesiatal-Dialekt oder der italienische Name, der deutsche Name, und der Standort. Alle Aufnahmen wurden mit der bewährten Canon Ixus 40 gemacht, wie immer händisch und ohne Stativ. Die Originalfotos sind 2272 • 1704 Pixel groß; alleine diese 50 Dateien umfassen 60 Megabyte. Zusammen mit weiteren 600 Megabyte Naturmotiven sind sie für nur 30 EUR einschließlich Versandkosten auch auf einer CD erhältlich. Fotos anklicken!
![]() Aconito azzurro Bunter Eisenhut Alpe Zer Obru Chescheru 28. August 2005 |
![]() Parnassia palustre Studentenröschen Bocchetta di Campello M. 31. August 2005 |
![]() Pan Porcino Alpenveilchen Diga di Molinaccio 1. September 2005 |
![]() Borracina porporina Rundblättrige Fetthenne Cappella di San Pietro 7. September 2006 |
![]() Campanula di Scheuchzer Rundbl. Glockenblume Rimella San Gottardo 19. September 2005 |
Die nachstehenden Fotos wurden nach dem Aufnahmedatum sortiert und umfassen das gesamte Sommerhalbjahr von Anfang April bis Ende September sowie das gesamte Gebiet des Mastallonetals und seiner wilden Seitentäler von den Bergen Rimellas bis hinunter nach Varallo. Das Sesiatal ist ein Paradies für Natur- und Schmetterlingsfreunde. Durch die jahrhundertelange extensive Bewirtschaftung haben die Wiesen einen außerordentlich hohen Artenreichtum an Blütenpflanzen und Insekten, die woanders kaum mehr zu sehen sind. Vom Frühjahr über den Sommer bis in den Herbst gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Insekten und Schmetterlingen. Im Gebiet Sesiatal gibt es kein Wald- und kein Artensterben (warum, das steht hier) und somit anders als in Südtirol oder den Dolomiten viel mehr ungewöhnliche Insekten. "In questa comunità Walser abbiamo una presenza botanica veramente rimarchevole, direi quasi eccezionale." schrieb Giuseppe Pedrizzetti in Remmalju 1997.
Wir sind keine Botaniker; wer sich mit dem fotogenen Krabbelzeug da gut auskennt, der kann vielleicht ein paar ungenau bestimmte oder uns unbekannte Arten korrekt identifizieren - danke! Spezialist Hans Kostenbader aus Stuttgart hat freundlicherweise mehrere Arten identifiziert. Alle Aufnahmen wurden mit der bewährten Canon Ixus 40 gemacht, wie immer händisch und ohne Stativ. Die Originalfotos sind 2272 • 1704 Pixel groß. Fotos anklicken!
Flechten sind Lebensgemeinschaften aus Pilzen und Algen. Sie wachsen überall auf der Welt, auch in der Antarktis, im Dschungel, in Städten, am Wasser und in der Wüste. Im Hochgebirge wachsen Flechten sogar auf dem nackten Fels, wo sie extremer Kälte, extremer Hitze, extremer Trockenheit und extremer Ultraviolettstrahlung ausgesetzt sind. Trotzdem wachsen Krustenflechten jedes Jahr etwa ½ bis 2½ Millimeter, und sie werden bis zu tausend Jahre alt! Flechten auf Felsen erhalten ihre Nährstoffe natürlich nicht aus dem Boden, sondern ausschließlich aus der Luft und durch Nebel, Regen und Schnee. Sie reagieren deshalb sehr empfindlich auf Schadstoffe in der Luft und sind somit ideale Indikatorpflanzen für die Luftqualität. Eine auch für Laien gut verständliche Dissertation zu diesem interessanten Thema steht hier. Hunderte von Fotos von Flechten aus aller Welt stehen hier.
Bestimmte Flechtenarten können nur in sehr sauberer Luft existieren, wie wir sie in Rimella haben. Weshalb es im Sesiatal keinen sauren Regen und kein Waldsterben gibt, beschreiben wir hier. Fotos anklicken!
![]() 4. Juli 2006 |
![]() 28. April 2006 |
![]() 25. Juli 2006 |
![]() 25. Juli 2006 |
![]() 25. Juli 2006 |
![]() 31. Juli 2006 |
![]() 31. Juli 2006 |
![]() 31. Juli 2006 |
![]() 16. September 2006 |
![]() 17. Juni 2006 |
Alpine Kulturlandschaften, in denen von der früheren Besiedlung und Nutzung durch den Menschen noch eine rudimentäre Infrastruktur vorhanden ist, werden derzeit endgültig vernachlässigt und aufgegeben. Auch ohne viel Fantasie kann sich jeder ausmalen, daß mit der weiter zunehmenden Verstädterung = Entfremdung des "modernen" Menschen solche Naturlandschaften schon in 10 -15 Jahren zunehmend gefragt sein werden ... falls es sie bis dahin überhaupt noch gibt, denn entvölkerte Gebiete, in denen niemand mehr wohnt und für seine Heimat kämpft, sind stets verschärft bedroht von durchgeknallten Wahnsinnsprojekten wie beispielsweise Übungsplätze für das Militär, künstlich zurechtgesprengte, planierte und disaihnte Skigebiete mit Schneekanonen und Nightlife und Events und Almhof-Tenne und Bierschwemme und Welcome Party und Beautyfarm und Kuhstalldisko und Weiberhimml und Bladercross (Prospekt Galtür in Nordtirol), Endlager für Sondermüll oder Abfälle aus der allseits beliebten Atomindustrie, Raserpisten für Motorräder und Geländefahrzeuge aller Art, Staudämme zur Energieversorgung insbesondere der gnadenlos übervölkerten Großstädte, und so weiter.
Die restlichen Einwohner im Sesiatal lieben ihre Heimat und bekämpfen derartigen Wahnsinn. Mit unserem sanften Tourismus unterstützen wir direkt die Einheimischen, die wir sowieso fast alle persönlich kennen, und nicht irgendwelche kommerziellen Reiseverunstalter. Glücklicherweise konnte das Wildnisgebiet Rimella und Mastallonetal bis jetzt noch seine einzigartige Ursprünglichkeit bewahren. Wenn Ihnen

Jörg Klingenfuss
Initiative Pro Rimella
Mitglied CAI Sektion Varallo
Hagenloher Str. 14
D-72070 Tübingen
Telefon 07071 62830
Fax 07071 600849
E-Mail info@rimella.de
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