Wege im Mairatal

www.valmaira.de

Lago di Visaisa
Foto Fulvia Ceaglio 2003

Percorsi Occitani
GTA
GPS
Macra
Marmora
Mountainbike

Percorsi Occitani

Die Etappen der Percorsi Occitani sind umfassend beschrieben im Buch Antipasti und alte Wege, dessen 7. Auflage 2011 Sie zusammen mit den zugehörigen Wanderkarten direkt bei uns in Deutschland bestellen können - siehe hier.

GTA

Die Ostroute der GTA wurde verlegt auf Macra - Celle di Macra - Colle Intersile - Cresta Chiggia - Monte Buch - Marmora - Vallone di Marmora. Die Markierung im Gelände wurde aktualisiert und die Liste der Unterkünfte und Etappen entsprechend geändert.

GPS

YA1090 355861 4930260 1090
YA1977 350604 4926174 1977
YA1999 349311 4919606 1999
YACIUF 350934 4924377 1937
YACULA 344468 4919273 1940
YASELV 344724 4920551 1668
YB1289 355494 4931220 1289
YB2030 351391 4924222 2030
YB2111 351095 4925130 2111
YB2311 345580 4918950 2311
YBINTS 351436 4923422 2094
YBMIRT 356686 4930634 1328
YBSGIO 347279 4925886 1666
YCBUOH 350988 4926504 2117
YCGAMS 356640 4930759 1344
YCIGIA 350886 4925376 2159
YD1048 355787 4930181 1048
YD1059 356226 4930020 1059
YD1068 355923 4930352 1068
YD1093 356402 4930129 1093
YD1111 355789 4930180 1111
YD1169 355663 4931074 1169
YD1792 350022 4924791 1792
YESGIO 346548 4926657 1217
YFBSUP 349199 4924711 1513
YFMACR 355359 4929004 879
YFMARM 348366 4924546 1234
YG1055 355827 4929946 1055
YG1066 355953 4930731 1066
YG1124 355807 4931152 1124
YG1133 355813 4930616 1133
YG1160 355570 4930582 1160
YG1174 356368 4930509 1174
YG1202 356738 4930313 1202
YG1246 356804 4930534 1246
YG1248 355541 4931309 1248
YG1666 349502 4925029 1666
YK1074 355815 4929514 1074
YKSGIO 347498 4925133 1673
YKSTEO 349761 4925155 1829

Macra

An dieser Stelle muß klar gesagt werden, dass das untere Mairatal bis etwa Ponte Marmora geologisch gesehen ein reines Kalksteingebiet ist. Die Fauna und Flora entspricht also exakt derjenigen auf der Schwäbischen Alb oder im Schweizer Jura, und es gibt natürlich auch etliche Grotten und Höhlen. Auf deutsch: für uns Süddeutsche mit den genannten Mittelgebirgen vor der Nasenspitze lohnt sich die 800 Kilometer weite Anreise (von Flachdeutschland 1500 Kilometer!) nur dann, wenn man auch das piemontesische Drumherum wie große Einsamkeit, gutes Essen und uralte Bergbauernkultur zu schätzen weiß, das man in dieser einzigartigen Zusammensetzung nur noch im italienischen Westalpenbogen antrifft. Außerdem sollte man unbedingt auch das alpin interessantere mittlere und obere Mairatal besuchen. Macra ist allerdings ein guter und preiswerter Ausgangspunkt. Man schläft im empfehlenswerten Bed and Breakfast La Tappa, nur wenige Meter von der Bushaltestelle entfernt. Es gibt große Zimmer und einige Ferienwohnungen mit komplett ausgestatteter Küche. Die Wirtin, Signora Bruna Sardi, stammt aus Macra. Sie kennt Land und Leute im ganzen Mairatal und hält für die Gäste auch eine gute Auswahl an Literatur und Wanderkarten bereit. Hier hat noch niemand die Frechheit, 70+ EUR für Halbpension zu verlangen oder gar zu bezahlen, denn in allen Hochgebirgstälern des Piemont - nicht in der padanischen Tiefebene und in den touristisch erschlossenen Hügelgebieten der Langhe und des Monferrato! - liegt das Preisniveau je nach Ausstattung der Unterkunft zwischen 50+ und 60+ EUR, und erst in Ligurien überschreitet man die 70+ -Schallmauer. + bedeutet: ohne Getränke, die in Italien stets extra bezahlt werden, denn während der eine nur Wasser trinkt, verlangt der andere nach Wein, Grappa und Caffè.

Die "ziegenbärtigen Fahrer von Luxuslimousinen und teuren Geländewagen mit deutschen Kennzeichen", über die sich der Mountainbiker Julius Grossmann beim Endanflug auf San Martino inferiore hier mokiert, sind für derartigen Nepp offensichtlich die ideale Zielgruppe! Dieses sehr spezielle Publikum wird auch im lesenswerten Percorsi-Occitani-Bericht von Karin Simon zutreffend beschrieben: "Bei der Ankunft erlitten wir einen mittelschweren Kulturschock: auf der Straße müssen wir einem vollbesetzten Mercedes-Benz aus Hamburg ausweichen, und auf dem Platz vor der Borgata sind weitere Pkw diverser Nobelmarken parkiert. Bewegungstherapeuten, Männergruppen und Esoterikzirkel ... Piemontesisches Feng Shui ..." No, grazie! Xin-Li-Training, Qi-Gong-Wandern? "Das Gefühl, das uns immer wieder an solchen Kraftorten beschleicht?" Porco cane! Via di là!

Kommentar im Wanderweb

Auch Christa Fischer schreibt hier: "Endlich mal jemand, dem das Getue in San Martino auch so auf den Wecker geht! Nicht, dass mich jemand falsch versteht, es ist echt nett da und man kann sich toll auf der Loggia aufhalten und prima unterhalten, wenn die richtigen Leute da sind, aber insgesamt hat es wirklich etwas von Selbsterfahrungskurs für zivilisationsgeschädigte Großverdiener." Apropos Geld und Steuerbetrug ... die offiziellen Übernachtungs-Statistiken der Region Piemont sind hochinteressant, wenn man sie gscheit interpretiert. In der nachstehenden Tabelle kann man die Originaldokumente durch Anklicken der Jahreszahl einsehen. Damit wir etwas zum Lachen haben, schauen wir uns spaßeshalber mal die Zahl der ausländischen Touristen in der schönen Gemeinde Stroppo an sowie die Zahl der Übernachtungen ebendort und zum Vergleich auch in den Nachbarorten Marmora und Macra sowie - wegen der Vollständigkeit und der Korrektheit, denn wir haben NIX zu verbergen! - bei uns in Rimella.

Jahr Stroppo Touris Stroppo Üb Marmora Üb Macra Üb Rimella Üb
2005 10 48 380 115 163
2006 8 23 0 507 405
2007 0 0 2657 365 557
2008 5 6 1404 583 - *
2009 4 25 1744 428 447
2010 236 2009 1750 1128 482
2011 424 1638 2213 320 761
2012 363 2164 4712 633 821
2013 556 2093 5167 197 707
2014 672 3164 3267 1222 982
2015 1092 4114 5160 1738 925
Ø 305 1389 2586 657 625

* für 2008 hat die gesamte Provinz Vercelli keinerlei Statistik an die Region Piemont gemeldet

Nachdem es also in der schönen Gemeinde Stroppo jahrzehntelang praktisch keine Touristen und fast keine Übernachtungen gab - wer's glaubt ... - , ist diese Zahl im schönen Jahr 2010 von jetzt auf gestern urplötzlich auf zweitausendirgendäbbes explodiert. Ja soooooo ein Zufall aber auch ... Hat da vielleicht endlich einmal die Steuerpolizei vorbeigeschaut? In Marmora hingegen gibt es, seit wir vor einigen Jahren unseren Rimella-Wandergruppen-Teilnehmer Peter Vogt aus Zürich dort hingeschickt haben, schon über 5000 Übernachtungen: er war in jeder Hinsicht ein durchschlagender Erfolg, und er arbeitet eben gut und vor allem seriös ... so wie wir auch: bei unseren Bergwanderungen in Rimella und Varallo wird der Reisepreis ausschließlich auf unser Bankkonto in Deutschland überwiesen, und selbstverständlich wird auch vor Ort in Italien korrekt mit Buchungsbeleg und Steuernummer abgerechnet. Dokumente anklicken!

Alle unsere Gäste werden sofort mittels dem in Italien gesetzlich vorgeschriebenen Anmeldeschein "Scheda di Notificazione" an die Gemeinde gemeldet. Jeder Teilnehmer erhält natürlich vor der ersten (An-)Zahlung den in Deutschland gesetzlich vorgeschriebenen Sicherungsschein, und wir erwarten von unseren Gästen keine un-heimlichen Barzahlungen vor Ort mit der unverschämt frechen Begründung angeblich "hoher Überweisungskosten"!

Über La Tappa in Macra schrieb Kirsten Wulf hier: "Macra war als Ausgangspunkt für unsere einwöchige Wanderung ideal. Die familiäre Pension La Tappa von Bruna Sardi ist sehr angenehm, um im Tal anzukommen und sich auf die Wanderung vorzubereiten. Bruna hilft bei allen Fragen von der Reservierung der nächsten Unterkünfte bis zu den schönsten Wanderwegen, sie erzählt gerne Geschichte aus ihrem Tal und bekocht abends mit Hingabe ihre Gäste (okzitanische und piemontesische Rezepte mit selbstgemachter Pasta, Gemüse aus dem eigenen Garten, Salami und Käse aus dem Tal)." An derselben Stelle schrieb Stefan Nast: "Eine prächtige Alternative: sowohl die Zimmer, wie auch die Küche können wir sehr empfehlen."

Camoglieres - Hinterland von Macra - Caricatori

Wie im Buch ab Seite 108 beschrieben beim Holzschild CARICATORI in Camoglieres links oben raus auf leicht ansteigendem, später ebenem Weg. Oberhalb des Bildstocks YK1074 vorbei leicht absteigend ins trockene Bachbett zur Wegkurve YD1059, wo links der Weg nach Südwesten Richtung Caricatori weiterführt. Am Bachbett aufwärts zur Verzweigung YD1093 bei einer markanten Birke und rechts in das Trockental östlich gehen. Immer in der Nähe des Bachbetts bleiben, leicht links haltend. Bei YG1202 wird das Bachbett flacher. Weiter oberhalb liegt bei YG1246 eine leere Konservendose mit der Aufschrift SIMMENTHAL und einem Rindvieh drauf, ist das der im Buch erwähnte Picknickplatz der Autoren? Jetzt den Hang links hoch zum Sattel YBMIRT, wo es viele Mirtilli = Heidelbeeren gibt. Auf einem Wildwechsel eben nach Westsüdwest zu zwei Felsen mit einem abgestorbenen Baum dazwischen YCGAMS. Von hier aus sieht man die Kirche von Macra. Steiler Abstieg nach Südwesten durch den Hang fallweise auf Wildwechseln zum Felsblock YG1174 im westlichen Trockental. Abstieg nach Osten, wo man wieder YD1093 bei der Birke erreicht. Abstieg zur Wegkurve YD1059 und über den Felssporn YG1055 auf den Flankenweg, diesen bei YD1068 abwärts verlassend, weiter nach Caricatori. - In Gegenrichtung führt der Weg hinter den Häusern von Caricatori zu einer Brücke aus Baumstämmen. 20 Meter vorher geht rechts unbeschildert der Weg Richtung Camoglieres hoch.

Caricatori. Foto Christoph Hennig.

Caricatori - Hinterland von Macra

Der im Buch erwähnte Weg führt hinter Caricatori aufwärts zum Picknickplatz YG1066 und zu den Baumstämmen YG1124. Dahinter überschreitet man das untere Ende einer steilen Geröllhalde. Besser ist es, schon im weiten Tal hinter Caricatori rechts hoch auf den Flankenweg zu gehen, der stets 40-50 Meter oberhalb eben in den Talhintergrund führt. Dort, wo er den Bach erreicht, wechselt man auf die orografisch rechte Seite und steigt auf einem Jagdsteig über alte Terrassen hoch zu einem kleinen Felssporn genau gegenüber dem Geröllfeld. Dadurch erspart man sich das Herumkriechen zwischen den Baumstämmen und die Überquerung der Geröllhalde. Man geht unten über den Felssporn und trifft auf einen guten Weg im Wald. Bei YD1169 geht man rechts hoch und erreicht später mit Serpentinen die senkrechte Felswand hinter dem Sattel YB1289 oberhalb der Geröllhalde. Die Wand wird auf einem spektakulär ausgesetzten Weg durchquert, der dahinter über lange Geröllhalden und Alpen die Militärstraße südlich des Colle Rastcias erreicht. Der Durchstieg dieser Felswand war wegen der Exponiertheit trotz der Schneefälle an Ostern 2004 schneefrei und ist nur absolut trittsicheren und schwindelfreien Bergwanderern anzuraten! Der alte Alpweg zu den Alpen Grangette und Cugnet zweigt bei YD1169 links ab und verläuft weiter unten in der Schlucht, wo es auch im späten Frühjahr noch Schneefelder gibt.

Von Caricatori führt ein Weg ab der Holzbrücke links über die Wiese und links an der Höhle vorbei, in dieser Sitzplätze, zu YD1111. Nach links geht ein Weg auf den Rücken YG1248. Nach rechts geht es über den Rücken YG1133 wieder runter zum Picknickplatz YG1066. In Gegenrichtung hinter dem Picknickplatz links hoch.

Vom kreisrunden Wasserbecken bei dem alleinstehenden Haus erreicht man YD1048 auf dem Flankenweg. Weiter aufwärts gehend erreicht man die Holzarbeiterhütte YA1090. Hinter dieser führt links aufwärts ein Weg auf den Grat westlich des westlichen Trockentals.

Marmora

Idealer Stützpunkt mit korrekten Preisen für gutes Essen und Unterkunft ist die Trattoria e Posto Tappa Ceaglio im Marmora-Hauptort Vernetti. An Ostern 2004 waren optimale Schneeverhältnisse für schöne Schneeschuh- und Skitouren und es waren auch ein paar Skitouristen aus dem nahe gelegenen Frankreich da. Schneeschuhe und Gamaschen können im Ceaglio von den Gästen kostenlos ausgeliehen werden. Die Zimmer und Ferienwohnungen wurden in mehreren stilgerecht renovierten kleinen alten Häusern mitten im Ort eingerichtet - einige Fotos finden sich hier -, und anders als sonstwo werden Heizkosten nicht extra berechnet. Signora Fulvia Ceaglio stammt aus einer der ältesten Familien von Marmora und kennt wie ihr Mann Alberto die besten Wander-, Schneeschuh- und Skitouren aus eigener Erfahrung. Peter Vogt aus Zürich hat für die Trattoria e Posto Tappa Ceaglio diese Internetseite gestaltet.

In den Hochtälern der Valloni di Marmora und Preit gibt es Dutzende von schönen weglosen Gipfelzielen. Es gibt viele Bergbäche und einige Seen, so dass sich die Gegend auch für einen mehrtägigen Zeltaufenthalt eignet. Von den zuständigen Gemeinden wurde beantragt, dieses und andere Gebiete des Mairatals als Naturpark auszuweisen, unter den kleinen und kleinsten Talgemeinden fand sich jedoch leider noch nicht die nötige Mehrheit.

Marmora - Parocchiale

Der alte Fußweg hinauf zur exponierten Pfarrkirche auf 1546 Meter ist teilweise noch gut erhalten: Vom Parkplatz am Ortseingang von Vernetti eben nach Süden durch den Ort hindurch und am Rathaus und Postamt vorbei zum Ortsende. Nach dem letzten Haus links führt ein steiles Privatsträßchen, das oben mit einer Eisenkette abgesperrt ist, wenige Meter hinauf zu einem Holz-Ferienhäuschen. Unmittelbar links von der Kette beginnt die alte Mulattiera. Aufwärts nach Nordosten und quer über die Fahrstraße weiter. Man überschreitet den kleinen Bach und abermals die Fahrstraße, geht aber südlich von Brieis neben der jetzt völlig zugewachsenen Mulattiera einfach auf den Wiesen hoch und im lichten Wald rechts nach Serre, wo man die Fahrstraße beim alten Backofen erreicht. Die alte Mulattiera führt etwas unterhalb direkt zur Pfarrkirche, ist aber schwer zu finden, also geht man einfacher auf der Fahrstraße wenige Dutzend Meter nach Süden und weglos über die Wiese hinauf zur Serpentine der Fahrstraße, am Bauernhof vorbei durch Borgata Superiore hindurch und zur Pfarrkirche. In Gegenrichtung schwer zu finden, am besten geht man von der Pfarrkirche nach Borgata Superiore (die alte Mulattiera beginnt gleich unterhalb des Parkplatzes) und steigt dann entlang den Stromleitungsmasten nach Westen über die Wiesen nach Vernetti ab.

Marmora - Canosio - Alpe Serre - San Giovanni - Colletto Canosio - Prazzo Superiore

Hinter der Kirche von Canosio auf gutem Weg hoch. In Gegenrichtung an der Kirche von Prazzo Superiore links runter zum Mairafluß und über die Holzbrücke, rechts hoch und sofort links in den Wald.

Marmora - Colle Intersile - Macra

Viele Mairatal-Wanderer beginnen und beenden eine individuelle Rundtour, bei deren Zusammenstellung Signora Bruna Sardi gerne behilflich ist, in deren empfehlenswerten Pensione La Tappa in Macra, wo man auch problemlos für einige Tage das Auto abstellen kann. Daher nachstehend die Beschreibung des alten Wegs von Vernetti di Marmora nach Macra: Vom Posto Tappa Ceaglio geht man auf dem markierten Weg hoch zur freistehenden großen Pfarrkirche von Marmora. Auf einer Schotterstraße steigt man gemütlich weiter aufwärts zum aussichtsreichen Colle Intersile, südlich des Panoramagipfels Monte Festa. Auf der Schotterstraße leicht abwärts nach Südosten zur Grange Chiot. Von hier scharf links nach Norden das Intersile-Tälchen absteigend auf einem schönen Weg, der erst 2010 von der Region Piemont wieder hergerichtet wurde. Gelegentlich auf neuen Holzstegen über den Bach wechselnd erreicht man die Grange Torre, eine interessante Alpsiedlung. Bei einer Votivsäule steigt man ab und wechselt wieder auf die rechte Seite des Tals, um schließlich den Ortsteil Combe zu erreichen. Weiter über die Ortsteile Garino und Serremorello und hier runter nach Macra. -

Die Ghironda-Webseite ist eine absolut chaotische Sammlung von Hunderten von völlig willkürlich und unsystematisch zusammengeschmissenen Werbebannern: der Prototyp von Negativbeispiel, wie eine Webseite nicht aussehen darf. Folglich sind die recht guten Wegbeschreibungen darin derart idiotisch hochintelligent versteckt, dass sie nicht mal ein Eingeborener herausfinden kann, was wir im April 2004 auch den Leuten im Mairatal eindrucksvoll demonstriert haben. Die Touren haben wir deswegen für Sie nachstehend einzeln herausgefiltert:

Peter Vogt (siehe Mountainbike) schrieb am 14. Oktober 2005: "Nach längerem Insistieren der Pension Ceaglio ist seit kurzem der völlig überwucherte und nicht mehr begehbare, jedoch auf den IGC-Karten 7 und 111 als Wanderweg eingezeichnete Weg von der Grange Chiot (unterhalb Colle Intersile Sud del Monte Festa) nach Combe (Celle di Macra) freigelegt worden. Die gute Tat hat auf freiwilliger Basis eine Gruppe von Jägern aus Marmora vollbracht. Damit ist eine Rundwanderung Marmora, Intersile, Macra, Ponte Marmora resp. via Palent zurück nach Marmora wieder möglich."

Im übrigen haben wir von den im Antipasti-Buch (Vorwort zur dritten Auflage, Seite 233 in der vierten Auflage 2004) jahrelang polemisierten zweitausendsiebenhundert Motorschlittenfahrten keine einzige gesehen oder gehört und bei Tagestouren im Vallone di Marmora auch keine Spuren derartiger Geräte gefunden - nota bene: bei Superwinterwetter mitten in den Osterferien! Nur in diesem Tal ist auf der asfaltierten Militärstraße Richtung Colle d'Esischie (über den auch schon mal das Radsportereignis Giro d'Italia geführt wurde) und ausdrücklich nur acht Kilometer weit bis zur Alpe Ghetto auf 2047 Metern eine behördlich genehmigte und durch die Forstverwaltung überwachte Trasse ausgewiesen, was auch der einzige Bergführer im Mairatal, Signore Nino Perino aus Acceglio, bei einem abendfüllenden Gespräch (und Essen ...) im Ceaglio ausdrücklich betont. Darüber hinausgehende Fahrten wären wegen der Lawinengefahr in den Steilhängen hinter dem Talschluß sowieso reiner Selbstmord: "Più oltre il pendio si fa molto ripido: solo sciatori esperti, e con neve assolutamente sicura, possono continuare sulla strada" steht im oben erwähnten Skiführer "Maira Neve" auf Seite 16! Dieses von gewissen Kreisen offen- und absichtlich angerührte Affentheater hat sich allerdings sowieso schon längst erledigt, denn Fulvia Ceaglio schrieb uns am 03. März 2005: "L'ultima notizia che abbiamo preso con il comune di Marmora: NO MOTOSLITTE. Siamo contenti della decisione presa." Was dagegen während der ganzen Wandersaison vom späten Frühjahr den ganzen Sommer hindurch und bis weit in den Herbst hinein wirklich stört, sind die total tausende Geländewagen und Motorräder, die hinauf zum Colle di Sampeyre und teilweise sogar auf der schmalen alten Militärstraße in Richtung Busca hinunter dröhnen und stinken: "Motorradfahrer und Quadbikes, die hier regelrechte Rallyes fahren und den schlechten Weg völlig ruinieren" beklagt wiederum Julius Grossmann hier. Den Autoren wird daher dringend empfohlen, endlich einmal effektiv gegen diese üblen Zustände zu polemisieren und tatkräftig die neue Initiative der einheimischen Gruppo Trekking e Tour zu unterstützen, die bereits Anfang 2004 bei den zuständigen Behörden die Totalsperrung der Kanonenstraße für sämtliche Motorfahrzeuge sowie die Klassifizierung und Beschilderung als Mountainbike-Panoramaweg beantragt hat!

Mountainbike

Joachim Busch schreibt hier: "Schöne Unterkunft. Zimmer super, Essen o.k., Frühstück reichhaltig, Müsli, Brot, Käse, Wurst, Marmelade ... - untypisch verglichen mit den folgenden Unterkünften). Freundlicher Familienbetrieb - echt italienisch. Dank sprachlicher Unterstützung von Peter Vogt wurde uns eine Fahrgelegenheit zur Alpe Gias el Ghetto organisiert, da wir an einem Tag über die Gardetta-Hochfläche nach Chialvetta wandern wollten."

Peter Vogt aus Zürich, einer unserer zahlreichen sehr zufriedenen Gäste beim Bergwandern in Rimella, ist im Herbst 2004 auf unsere Empfehlung hin in die Trattoria e Posto Tappa Ceaglio gefahren. Er ist dann vor lauter Begeisterung gleich vier Wochen dort geblieben und hat eine Übersichtskarte mit zehn verschiedenen Mountainbike-Rundtouren gestaltet, die Sie hier anschauen können. Diese neue Internetseite wird laufend erweitert, und die für MTB-Touren nötigen Detailkarten 1:50000 können Sie hier direkt bei uns bestellen.

Achim Zahn und das Team von Serac Joe schreiben hier: "Die Tagesetappe endet im Ortsteil Vernetti im Vallone di Marmora. 1992 habe ich hier das erste Mal übernachtet. Das Gemeindehaus war seit Jahren verschlossen. An der hölzernen Tür klebte ein verbleichtes Wahlplakat von 1966. Ich war damals der einzige Gast im Posto Tappa Trattoria Ceaglio, Herberge, Lebensmittelgeschäft, Bar, Restaurant und Telefonzelle in einem. "Altro? Si, si Signora!" Immer wieder wurde mein Wunsch erfüllt. Jedes Mal hob ein Lächeln die Lippen der Wirtin. Doch die Pasta ihres Mannes, bereits die dritte Vorspeise, war über jeden Zweifel erhaben. Mit bereits vollem Bauch lauschte ich verdutzt den Ausführungen zur weiteren Speisenfolge. Erst Kartoffeln mit Fisch, dann Polenta mit Rindfleisch, danach Käse, Kuchen und Espresso. Schmunzelnd empfahl mir der Padrone, das Mahl mit einem Grappa ausklingen zu lassen. Das Bergdorf war vom Aussterben bedroht. Die Jungen gingen mangels Arbeit nach Turin. Die Alten hatten einen Garten mit Gemüse, Obst und ein paar Hühner - zu viel zum Sterben, zu wenig zum Leben. Dann kam die GTA und Alberto. Der Weitwanderweg Grande Traversate delli Alpi bringt sanften Tourismus in die weltentrückten Weiler des Piemont. Der Padrone der Trattoria Ceaglio und seine Familie sorgen sich herzlich um das Wohl ihrer Gäste. Heute kann er mit seinem Posto Tappa zwei Bewohnern aus dem Dorf Arbeit geben, weil seine gute Küche sich weit herumgesprochen hat."

Wie schon in den Vorjahren hat das Team von Serac Joe auch für 2010 wieder Ceaglio als Stützpunkt für seine Mountainbike-Kammstraßen-Woche im Piemont gewählt: "Während der Tourenwoche sind wir im Posto Tappa Ceaglio in Marmora untergebracht. In dem kleinen Bergdorf mit nur wenigen Häusern spielt sich das Leben der Region um den Posto Tappa ab - Bar, Restaurant, im Innenhof mit Brunnen, Tischen und Stühlen, aber keinen Autos. Die Zwei- und Mehrbettzimmer sind sehr ordentlich und alle mit Bad und WC. Die Trattoria ist ein Familienbetrieb. Die ausgezeichnete piemontesische Küche des Gestore ist sehr reichhaltig und in der ganzen Region bekannt. "

Trans-Albino schreibt hier: "Am Abend sind außer uns nur noch fünf weitere Gäste im Speisesaal und jeder ist von den kommenden zwei Stunden begeistert. Insgesamt gibt es 8 Gänge mit den verschiedensten Spezialitäten der okzitanischen Küche, die wir auch in einem Fünf-Sterne-Hotel nicht erwartet hätten. Obwohl wir auf dieser Tour bereits einige Male hervorragend gespeist hatten, übertraf das heutige Angebot alles Bisherige nochmals deutlich. Es fällt uns daher auch nicht schwer, uns vorzustellen, hier einmal ein paar Tage Urlaub zu verbringen."

Carsten schreibt 2003 und 2004 hier: "Mein Geheimfavorit ist das Posto Tappa in Marmora Vernetti, dort wo Achim Zahn viele seiner Touren im Piemont beginnt: hier gibt's ein fantastisches 7-Gänge-Menü am Abend für wenig Geld, und der Standort ist bestens für viele Touren Richtung Ligurische Alpen und Erkundung der diversen Kammstrassen ... - Wie wär's mit Vernetti ... und dort das Posto Tappa Ceaglio: super Gegend, super Essen, siehe Bericht auf Seite 106ff in MB 8/03, mit vielen Möglichkeiten wie Colle dell'Agnello, Col de Sampeyre, Col de Morti (da geht der Giro drüber), ich würde mir diesen piemontesischen Gaumen-, Augen- und Wadenschmaus nicht entgehen lassen ... ich war 2001 dort bei meinem AlpenX GenferSee - Mittelmeer."

Auch Lukas Stöckli, erster Wien-Nizza-Alpencrosser, hat sich bei seinen neuen Angeboten im Piemont sofort für die Trattoria e Posto Tappa Ceaglio als Stützpunkt entschieden. Referenzen seiner Teilnehmer stehen hier!


Der Autor

Jörg Klingenfuss

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