

Durchgehende Autobahn über den Gotthard ins Tessin nach Bellinzona. Für die Benützung der schweizerischen Autobahnen benötigt man einen Mautgebühren-Aufkleber, der 2008 40 CHF kostet und jetzt auch im Internet gekauft werden kann.
Obwohl es ex Bellinzona nur noch 120 Kilometer sind, müssen Sie für die restliche Strecke von der Autobahnabfahrt Bellinzona nach Rimella mit knapp drei Stunden Fahrt rechnen, denn alleine von Ascona nach Verbania benötigt man auf der vielbefahrenen und schmalen und kurvenreichen - und landschaftlich sehr schönen! - Uferstraße bis zu einer Stunde, und es gibt keine Umfahrungsmöglichkeiten. Über Locarno und Ascona am Westufer des Lago Maggiore nach Brissago, wo man unmittelbar vor der Staatsgrenze unbedingt volltanken sollte, denn in Italien ist Benzin wegen der hohen Besteuerung manchmal noch teurer als in Deutschland! Weiter nach Cannobio - Verbania - Gravellona Toce - Omegna am Lago d'Orta. In Omegna gibt es bei der Firma Alessi weltberühmtes Designer-Küchenzubehör im Fabrikverkauf. Ins Zentrum von Omegna hineinfahren und genau auf die Wegweiser Richtung Nonio - Passo della Colma - Varallo achten: auf der Via Fratelli di Dio unter einer unscheinbaren Eisenbahnbrücke durch, dahinter an der Ampel (vor der Piazza Beltrami) nach links über den Fluß auf die Via E. de Amicis und sofort danach die erste Einbahnstraße rechts runter abbiegen Richtung See. (Wer hingegen ins Stronatal nach Forno möchte, fährt an der Ampel geradeaus auf die Piazza Beltrami und biegt rechts ab auf die Via de Angeli.) Neuer Kreisverkehr am Seeufer, hier links abbiegen über die kleine Brücke und am See entlang, dann rauf nach Nonio und Cesara. 2 km südlich geht nach Westen die wenig befahrene schöne Straße über den 900 m hohen Sattel La Colma direkt nach Civiasco - Varallo. In Varallo nicht in die enge Altstadt hineinfahren, sie ist für den Durchgangsverkehr aus gutem Grund gesperrt! Man fährt auf der Via Brigate Garibaldi Richtung Centro - Stazione (Zentrum - Bahnhof), biegt jedoch schon nach ein paar hundert Metern vor der TAMOIL-Tankstelle links ab auf die Uscita (Ausfahrt) Varallo Süd der Staatsstraße 299 in Richtung Alagna. (Nur wer zum Albergo Italia möchte, fährt hier geradeaus weiter in die Hauptstraße Corso Roma. Übernachtungsgäste parken im Innenhof. Achtung, dienstags ist von 0700 bis 1200 großer Wochenmarkt in Varallo, dann kann man zwischen 0600 und 1300 das Albergo Italia nicht mit dem Auto erreichen oder verlassen und parkt einfach etwas abseits!) Die Stadt wird westlich umfahren; rechts sieht man ein großes altes Fabrikgebäude. Unmittelbar dahinter nimmt man die unscheinbare Ausfahrt Varallo Nord Richtung Cravagliana - Fobello - Rimella. Rechts in die Via M.T. Rossi, an einer Tankstelle vorbei und links in die Via d'Adda, die geradeaus ins Mastallonetal führt. Im Zweifelsfall immer nach Fobello schauen/fragen, das kennen die Leute (dort ist Lancia geboren). Erst kurz vor Fobello rechts ab nach Rimella.

Das kleine Hotel liegt in einem einsamen mittelalterlichen Bergdorf und ist drei Minuten Fußweg von der Straße entfernt. Mit dem Auto fahren Sie bis zur Frazione (Ortsteil) Chiesa (Kirche) und parken Sie auf dem großen ebenen Parkplatz vor der Kirche, wo unter den Bäumen Tische und Bänke bei einer Informationstafel stehen. Hier ist auch die Endstation der Buslinie. Nehmen Sie den Fußweg, der links (westlich) von der großen Kirche abwärts zwischen den Häusern zum Albergo führt (UTM 436509 5084166) - direkt neben dem gelben Baukran!

Warnung: Bei falscher Programmierung zeigen viele GPS-Navigationsgeräte und Internet-Routenplaner NICHT die geniale Abkürzung Omegna - Civiasco - Varallo über die unbekannte Nebenstrecke Passo della Colma. Sie führen viel zu weit südlich nach Borgosesia, oder gar über die Autobahnen um Mailand!
Wer den Stau am Gotthard und/oder den langen Gotthard-Straßentunnel fürchtet, oder wer eine andere Strecke fahren möchte, der kann zum Beispiel weiter westlich über den Simplonpaß oder weiter östlich über den San-Bernardino-Paß oder -Straßentunnel fahren. Auf mehreren Eisenbahn-Tunnelstrecken gibt es außerdem die zeit- und nervensparende Möglichkeit der Autoverladung. - Diesen überlebenswichtigen Hinweis haben wir hier im Juni 2001 veröffentlicht, und unsere un-heimlichen Befürchtungen haben sich bereits am 24. Oktober 2001 auf makabre Weise als Volltreffer erwiesen: nach einem Frontalzusammenstoß zweier Lastzüge samt darauffolgendem Höllenfeuer und elf Toten muß der Gotthard-Straßentunnel als genauso lebensgefährlich bezeichnet werden wie die berüchtigten ausgebrannten Straßentunnel in Österreich oder unter dem Mont Blanc! Die Problematik des Gotthard-Transits und Alternativen dazu sind hier beschrieben.
Um Enttäuschungen und Mist-Verständnissen vorzubeugen, weisen wir nachdrücklich darauf hin, daß Rimella für die gerade hier bei uns in Süddeutschland allseits beliebten "Wochenendtouren" und "Sektionsfahrten" viel zu weit entfernt ist: hinter Bellinzona ist Schluß mit der Autobahn und vom Lago Maggiore aus sind es dann noch gut zwei bis knapp drei (!) Stunden Fahrt auf kurvigen Landstraßen. Kurzreisen ins Sesiatal sind also bestenfalls von der Nordschweiz aus durchführbar. Hierdurch ergibt sich ein natürlicher Filtereffekt, denn in die abgelegenen und wilden Bergtäler "hinter" dem Monte Rosa kommen wegen der relativ weiten Anreise nur solche Leute, die mindestens vier oder fünf Tage bleiben. Solche Touristen begreifen die Berge nicht nur als Kulisse und die Bergbewohner nicht nur als Attrappen, sondern sie interessieren sich intensiv und nachhaltig für diese unbekannte und unerschlossene Gegend: in Rimella und im Sesiatal haben wir schon jetzt etliche "Wiederholer"! Die aus den Nord- und Ostalpen berüchtigten hektischen Wochenendtouristen, die noch am Freitagabend auf der Autobahn ins Allgäu oder nach Tirol brettern oder im Stau stehen, um anschließend zwei Nächte lang auf sogenannten Berg"hütten" durchzufeiern, kommen allenfalls bis ins Tessin und nicht weiter. In Rimella hat man noch seine Ruhe!
In Varallo gibt es Wegweiser nach Locarno. Diesen sollte man bei der Rückfahrt NICHT folgen, denn sie führen in die Pampa zu einem Ortsteil von Varallo, und NICHT nach Locarno am Lago Maggiore!
Im Internet gibt es kostenlose Routenplaner, beispielsweise hier. Rimella liegt praktisch genau südlich von Tübingen, laut GPS exakt 299 Kilometer Luftlinie entfernt in Richtung 192°. Anders als bei der Anreise nach südostalpinen Massentourismus-Zielen wie beispielsweise Kärnten (Klagenfurt 453 Kilometer Luftlinie 115°) oder Südtirol muß man also nicht zuerst mal satte 200 Kilometer (!) durch die bayrische Pampa nach rechts Richtung Rußland rumpeln, bevor es dann vielleicht irgendwann einmal endlich in die Berge geht. Die Routenkarte zeigt deutlich, daß man von hier aus sofort nach Süden direkt in die Alpen startet. Übrigens liegt Sihlbrugg, unmittelbar südlich von Zürich, laut GPS genau in der Mitte zwischen Tübingen und Rimella!
Wir fahren normalerweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Tübingen nach Rimella. Mit dem Auto fährt man spätestens um 0400 los, dann ist man um 0800 - lange bevor die Lastwagen kommen - schon hinter dem Gotthard auf der Südrampe hinunter ins Tessin und kann den Standard-DRS-Drü-Wetterbericht live begrinsen: "Im Süden ziemlich sonnig." Wichtig ist, daß man spätestens um 0630 Zürich weit hinter sich hat, denn der Pendlerverkehr in die größte Stadt der Schweiz ist ein Wahnsinn.
Eine schöne Strecke führt weiter westlich durch den Lötschberg mit bequemem und speditivem Autoverlad:
Si stanno svegliando - endlich: ab 16. März 2008 fahren freitags und samstags Autozüge von Hamburg Hildesheim Düsseldorf Frankfurt direkt nach Alessandria mitten im Piemont. Von dort erreicht man in maximal zwei Stunden praktisch alle Taleingänge im gesamten Alpenbogen der GTA. Die Züge können schon jetzt gebucht werden. Von Hamburg nach Alessandria und zurück zahlt man zu viert im Liegewagen mit Abteilbuchung total 1073 EUR. Bei frühzeitiger Buchung gibt es natürlich erhebliche Rabatte und Sonderpreise! Mit dem Auto sind das hin und zurück 2400 Kilometer, das kostet alleine an Kraft- und Schmierstoffen schon satte 400 EUR plus Mautgebühren, Abschreibung für Abnutzung und zweimal (!) 13-14 Stunden nonstop Fahrer- und Beifahrerstreß = zwei verlorene Urlaubstage!

Damit Sie für die Anreise eventuell Fahrgemeinschaften machen können, werden wir den Teilnehmern an unseren geführten Bergwanderungen in Rimella und im Sesiatal rechtzeitig vorher die Adressen der anderen Bergfreunde mitteilen, normalerweise mit dem Versand der Reiseunterlagen etwa drei bis vier Wochen vor Reisebeginn. Wenn Sie diese Adreßliste schon vorher benötigen, beispielsweise um sich zwischen Billigflug und Nachtzug zu entscheiden, kontaktieren Sie uns bitte sofort. Fahrgemeinschaften schonen sowohl die fragile Umwelt als auch den eigenen Geldbeutel. Außerdem kostet im Zeitalter von Ölpreisexplosion und Ökosteuer das Benzin auch in Italien inzwischen 1,50 EUR pro Liter und mehr. Nach der Einführung des neuen Tarifsystems können Fahrgemeinschaften auch bei der Bahn wegen der neuen Gruppentarife und Mitnahmeregelungen, zumindest für den deutschen Sektor, sinnvoll sein.
Orte auf der GTA-Anreise sind hier beschrieben. Fahrpläne gibt's im Internet unter SBB. Die SBB haben auch sämtliche deutschen und italienischen Nebenbahnen und Provinzzüge in der Datenbank!
FS mit Einzelheiten zu sämtlichen italienischen Nebenbahnen, auch der Nebenstrecken im Piemont wie Arona - Romagnano Sesia ( - Santhia) und (Novara - ) Romagnano Sesia - Varallo Sesia. Das hervorragende System der Nahverkehrs-Dieseltriebzüge bietet gute (Umsteige-) Verbindungen, fährt spottbillig und ist auf die Minute pünktlich. Seit Mitte der 1990er Jahre wurden viele Bahnhöfe und Bahnsteige der Regionalbahnen mit großem Aufwand modernisiert - beispielsweise der Knotenpunkt Romagnano Sesia und teure Brücken bei Quarona im Sesiatal - und es ist davon auszugehen, daß diese Nahverkehrszüge in Zeiten wie diesen mit zunehmenden Staus auf den Straßen noch lange verkehren werden.
Region Piemont Lokaler öffentlicher Nahverkehr in Piemont einschließlich aller Buslinien.
Stuttgart - Zürich - Bern - Brig - Arona - Romagnano Sesia - Varallo Sesia. Es ist nicht nötig, den großen Umweg über Novara oder gar über Mailand zu fahren! Letzter Bus nach Rimella 1840 ab Varallo. In der Bahnhofsbar Fahrkarte nach Rimella kaufen, der Busfahrer hat keine Fahrkarten. Der Busfahrplan Varallo - Rimella steht hier.

Beispielsweise (Fahrplan 2008 an Wochentagen; ohne Gewähr!)
0804 ab Stuttgart
1048 an Zürich ab 1100 Gleis 12 knapper Übergang
1311 an Brig ab 1320 Gleis 9 knapper Übergang
1444 an Arona ab 1511 Gleis 8 (Nebenstrecke Richtung Santhia)
1543 an Romagnano Sesia ab 1553 Gleis gegenüber knapper Übergang
1620 an Varallo, zwei Möglichkeiten:
Seit der Inbetriebnahme des neuen Lötschberg-Basistunnels im Dezember 2007 hat sich die Anreise auf dieser Strecke um über eine Stunde verkürzt. Man fährt schon hinter dem Thunersee bei Frutigen in den Berg (das Portal liegt etwa bei GPS 396507 5159236 746) und von Zürich nach Varallo im Sesiatal sind es nur noch 5¼ Stunden!

Im zweiten Schritt ab Fahrplanwechsel Dezember 2008 werden auf der Simplon-Achse von Bern nach Mailand sechsmal täglich ausschließlich Neigezüge eingesetzt mit einer Fahrzeit von exakt 3 Stunden. Die SBB haben dafür 14 Züge Pendolino Due ETR 610 bei FIAT bestellt. Der elegante Zug wird klammheimlich schon zu Testzwecken im Lötschberg-Basistunnel hin- und hergejagt, hier gibt es ein Foto vom Bahnhof Spiez Ende November 2007!
Am Gotthard werden ab Fahrplanwechsel Dezember 2008 im Zweistundentakt zwischen Zürich und Mailand ausschließlich Neigezüge eingesetzt. Eine noch größere Zeitersparnis von mindestens zwei Stunden (!) für die Anreise über den Lago Maggiore und Mailand wird ab 2015 der neue Gotthard-Basistunnel bringen, von dem bereits 70 Prozent ausgebrochen sind!
Man glaubt es ja kaum, aber nach zig Jahren haben sogar die Oberpenner von der Deutschen Beamtenbahn in Berlin Anfang 2008 endlich auf die brutale Konkurrenz der Billigflieger reagiert. Ab sofort kann man tagsüber für 39 + 4 = 43 EUR von jedem deutschen Bahnhof bis nach Mailand fahren - und vorher beispielsweise in Arona aussteigen. Es besteht Reservierungspflicht - das sind die 4 EUR - sowie Zugbindung und die Zahl der Plätze ist beschränkt, daher sollte man sobald wie möglich buchen.

Der Tarif ist natürlich auch interessant für lange Reisen von Flachdeutschland nach Süddeutschland oder in die Schweiz: niemand kann einem Bahnkunden aus Fehmarn oder Flensburg verbieten, lächerliche 43 EUR nach Mailand zu zahlen und schon in Karlsruhe oder Freiburg oder München oder Zürich oder Bern oder Brig auszusteigen!
In Italien werden fallweise Streiks der öffentlichen Verkehrsmittel bereits Wochen vorher geplant und angemeldet und hier veröffentlicht, und anders als im streikgeilen Frankreich gibt es auf jeder Verbindung in bewährter Absprache mit den Gewerkschaften (!) Kurse, die natürlich auch bei Streik gefahren werden. Dies gilt insbesondere für Lokal-Züge und Busse an Werktagen von 0600 bis 0900 und von 1800 bis 2100. Der Grund dafür ist ganz einfach: die Italiener müssen zur und von der Arbeit fahren können. Das seit dem Frühjahr 2007 und mit den neuesten Streikdrohungen vom März 2008 (!) mindestens bis in den Sommer 2008 anhaltende Chaos bei der Deutschen Beamtenbahn, wo ebenso superarrogante wie superunfähige Vorstandsvorsitzende in perfekter Koordination mit völlig durchgeknallten größenwahnsinnigen scheintoten Gewerkschaftsbonzen im Endgehalt - das Ganze dann auch noch gekrönt mit dem garantiert dümmsten Verkehrsminister der Welt! - schon seit über einem Jahr die total hilflosen Kunden, Entschuldigung, "Beförderungsfälle" terrorisieren, und insbesondere die legendäre Faulheit der streikgeilen Gallier, bei denen schon aus Prinzip alle Jahre wieder vor Weihnachten seit Jahrzehnten überhaupt nix mehr geht oder gar fährt, kennt man zumindest in Norditalien ausdrücklich nicht: "Nelle giornate di sciopero Trenitalia assicura servizi minimi di trasporto predisposti a seguito di accordi con le Organizzazioni sindacali, ritenuti idonei dalla Commissione di Garanzia per l'attuazione della Legge 146/1990. Nel trasporto locale, in particolare, sono stati istituiti i servizi essenziali nelle fasce orarie di maggiore frequentazione (dalle ore 06:00 alle ore 09:00 e dalle ore 18:00 alle ore 21:00 dei giorni feriali). Sono garantiti, inoltre, alcuni treni a lunga percorrenza, nei giorni feriali e nei festivi." Die im Streikfall garantierten Züge stehen natürlich topaktuell im Internet: von www.trenitalia.com weiterklicken auf - In Regione - Piemonte - Treni garantiti in caso di sciopero, und es sind tatsächlich Hunderte von Verbindungen!
Wer von weiter westlich oder nördlich kommt und dieselbe optimale Verbindung benützen möchte, muß in Basel SBB den Intercity 969 erreichen: Basel SBB ab 1100, Spiez an 1238 ab 1243, Brig an 1347, weiter wie oben. Wer schon eine halbe Stunde früher in Basel ist, der fährt Basel SBB ab 1027 ohne Umsteigen bis Brig an 1311 und hat genügend Zeit für's Mittagessen.
Wer nicht so oft umsteigen und dafür etwas mehr bezahlen möchte, fährt über Mailand: Stuttgart - Zürich - Mailand - Novara - Varallo Sesia. Seit 2005 werden alle internationalen Züge auf der Gotthardstrecke, also auch alle Eurocity und Intercity von Zürich nach Mailand und von Basel über Luzern nach Mailand, sowie neu auch die Lötschberg-Simplon-Strecke, von der schweizerischen Cisalpino AG betrieben. Total sind das täglich 25 Verbindungen, für die jetzt eine einheitliche Dienstleistungsqualität gewährleistet ist. Einige Züge sind Original-FIAT-Pendolini - das sind die berühmten Pendelzüge vom Erfinder dieser legendären Technik, die anders als der kaputte Siemensschrott schon seit vielen Jahrzehnten anstandslos funktionieren! - mit entsprechender Zeitersparnis. Fahrplan 2008 an Wochentagen; ohne Gewähr:
0804 ab Stuttgart
1048 an Zürich ab 1109
1535 an Mailand ab 1615
1657 an Novara ab 1722
1835 an Varallo ab 1840 knapper Übergang, der Busfahrer wartet aber immer bis etwa 1850 auf den immer verspäteten Überlandbus aus Vercelli
1930 Rimella an
Im April 2007 kostete eine Fahrkarte für diese Strecke bis Novara mit EC-Zuschlag und Halbtaxkarte im schweizerischen Sektor 62,05 EUR. Den Fahrschein für Novara - Varallo, den die Deutsche Beamtenbahn nicht ausstellen kann, weil es sich angeblich um eine "Privatbahn" handelt (purer Blödsinn!), läßt man sich einfach von Walser Viaggi für 5 EUR im Briefumschlag per Post schicken, dann kann man ihn schon beim Umsteigen in Mailand entwerten und spart man sich die Schalterschlange bei den erst noch sehr knappen Übergängen in Novara! Im April 2006 kostete Tübingen - Zürich mit ICE-Zuschlag und Reservierung und Halbtaxkarte, die sogar im deutschen Sektor 25 Prozent rabattiert, 29,30 EUR, sowie Zürich-Chiasso mit IC-Zuschlag und Reservierung in der ersten Klasse und Halbtaxkarte 65 EUR.
Alternativ kann man bereits ab Novara mit dem Bus fahren. Der letzte direkte Bus der Firma Baranzelli (Telefon Romagnano Sesia 0163 835222 oder 834125) geht Novara 1623 1757 Varallo; damit wird der letzte (ATAP-) Bus Varallo 1840 1935 Rimella erreicht. In Novara fahren die Busse nach Varallo unmittelbar vor dem Haupteingang zum Bahnhof ab, also auf der Straße direkt am Eingang zu den Fahrkartenschaltern bei den zwei Telefonzellen, wo auch eine große Tafel mit den Fahrplänen sämtlicher Regionalbusse steht. Die Fahrkarte nach Varallo kauft man beim Busfahrer, sie kostet 3,50 EUR. Wie in allen größeren Städten auch in Novara Achtung auf Drogenhändler und Taschendiebe am Bahnhof, insbesondere unmittelbar beim Einsteigen in den Bus oder Zug! Der Busfahrplan Varallo - Fobello - Rimella steht hier, die Fahrkarte kauft man in der Bahnhofsbar in Varallo. Dort kann man dann für die Rückfahrt gleich eine Fahrkarte Varallo - Novara kaufen, sie kann irgendwann innerhalb der nächsten 60 Tage benutzt werden (so einfach ist Bahnfahren in Italien!), sie muß dann am Bahnhof (UNMITTELBAR VOR der Rückfahrt mit der Eisenbahn!) mit dem orangefarbigen Kasten abgestempelt werden.
Der Busfahrplan Varallo - Balmuccia - Boccioleto - Rimasco - Rima - Carcoforo steht hier. Der Busfahrplan Varallo - Alagna steht hier. Alle Linien im Sesiatal stehen hier!
Die brutale Entvölkerung und Überalterung im Sesiatal geht weiter, und etliche Buslinien fahren leer in der Gegend herum. Im zweiten Halbjahr 2006 wurde daher in ausgewählten Gemeinden des Sesiatals die Einführung und Akzeptanz eines Rufbusses getestet. Man konnte individuelle Fahrten einen Tag vorher reservieren unter einer kostenlosen Telefonnummer - natürlich nur innerhalb von Italien - und selbstverständlich nur in italienisch, denn dieses System wird von der Provinz für die letzten Einwohner dort oben finanziert und subventioniert.
Auf der Rückfahrt wird mit dem ersten Linienbus ab Rimella 0700 problemlos der Cisalpino-Pendolino 154 ab Mailand 1118 erreicht, der in nur 4½ Stunden über den Gotthard nach Schaffhausen rast. Dort (oder schon in Zürich an 1451 ab 1514) wechselt man an 1547 ab 1552 auf den Intercity 184 nach Stuttgart, der uns 1717 in Horb mit sofortigem Anschluß 1724 nach Tübingen entläßt.

Bei entsprechend langer Vorbuchung im Internet gibt es fallweise recht günstige Sondertarife für Nachtzüge ex Flachdeutschland. Die Züge halten auch an vielen Unterwegsbahnhöfen und bedienen somit flächendeckend ganz Preußen nördlich vom Weißwurstäquator. Beachten Sie aber unbedingt, daß in Italien am Wochenende viele Lokalkurse von Bus und Zug am Sonntag nicht fahren, eben weil am Sonntag auch niemand zur Arbeit fährt. Das bedeutet, daß es extrem umständlich und zeitraubend ist, an einem Sonntag beispielsweise von Rimella aus einen Nachtzug ex Mailand 2100 nach Preußen, oder einen Billigflug ex Bergamo 1800 zu erreichen. Reisen Sie also besser erst am Montag zurück. Aus demselben Grund reisen wir prinzipiell nur an Wochentagen! Alternativ leisten Sie sich für 90 EUR ein Taxi von Rimella nach Novara. Tiziano Andreoli, Telefon 0163 52842 und 339 7892335, stammt aus Cravagliana im Mastallonetal und bringt Sie freundlich und zuverlässig auch samstags oder sonntags direkt zum Bahnhof auf den Intercity nach Mailand!
Seit Fahrplanwechsel 9. Dezember 2007 wurden die bisherigen Marken Städtenachtzug, DB Nachtzug und Urlaubsexpress unter City Night Line zusammengefaßt.


Ganz neu seit Ende 2007 sind normale ICE-Züge, die mitten in der Nacht fahren. Es handelt sich hier um Leerfahrten von Zügen, die für den Umlauf im Wochentakt über Nacht bis zum nächsten Morgen wieder an die richtige Stelle gebracht werden müssen. So etwa gibt es schon seit Jahrzehnten, aber erst 2007 kam endlich einer auf die glorreiche Idee, diese Züge auch für die Bahnreisenden verfügbar zu machen. Es handelt sich wohlgemerkt um hundsgewöhnliche ICE-Züge, ohne Schlaf- und Liegewagen, und das Resto ist nachts sowieso geschlossen. Es gibt einige solcher Züge, für Rimella- und GTA-Wanderer sehr interessant ist der ICE 809 von Kiel nach Basel. Bei 772 Kilometer Luftlinie fährt dieser Zug trotz satten 25 Unterwegshalten eine Durchnittsgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern, diese Züge sind also nicht ganz so pennermäßig langsam unterwegs wie die Schlafwagenzüge. Ob man überhaupt zum Schlafen kommt, wenn der Zug alle 20 Minuten irgendwo hält, ist Nervensache. Diese Möglichkeit der Anreise aus Flachdeutschland ist jedenfalls ideal für Reisende, die so spät wie möglich abfahren möchten, beispielsweise in Köln erst um 2353, und/oder die erst noch in einem Provinzkaff wie Bingen oder Neumünster wohnen. Der Gegenzug ICE 808 verläßt Basel um 2326. - Achtung auf die Verkehrstage, die Nacht-ICE-Züge fahren prinzipiell nur an Arbeitstagen und nicht am Wochenende oder gar an Feiertagen!

Wenn Sie nach Mailand reisen, empfiehlt es sich im Hochsommer, der unerträglichen Gluthitze in den Städten der padanischen Tiefebene, wo es oft 40 Grad hat ohne den geringsten Luftzug, so schnell wie möglich zu entfliehen. Fahren Sie also, ohne lange zu überlegen, noch vor der Mittagshitzewelle mit den nächsten Zügen über Novara sofort morgens und vormittags weiter nach Varallo und dann um 1355 oder 1840 mit dem Bus - oder sofort mit dem Taxi, siehe oben - rauf nach Rimella. Ihr verspätetes Frühstück kaufen Sie besser nicht im Bahnhof von Mailand, wo alles teuer ist und touristisch schmeckt, das heißt entsprechend schlecht. Wenn Sie in Novara 20-25 Minuten Zeit haben, gehen Sie vom Bahnhof raus, links über die Straße und die Treppe hoch zur Bar Dogana unter den Arkaden. Der Typ hinter der Theke macht Ihnen, gerne auch zum Mitnehmen, verschiedene Arten von belegten Brötchen (Panini) zu normalen Preisen. Das übliche Zuckerzeug und Eis hat er natürlich auch, und wenn Sie ihn höflich darum bitten, gibt es sogar eiskaltes Wasser zum Nachfüllen der Siggflaschen. Von Mailand nach Novara unbedingt rechts!!! sitzen, der Zug macht eine Schleife durch Mailand und bei der anschließenden langen Fahrt immer geradeaus nach Westen Richtung Turin knallt logischerweise von links stundenlang die Sonne rein. Von Novara nach Varallo ab Mittag ebenfalls rechts!
0643 ab Mailand 0712 an Novara (Eurocity, knapper Übergang!) ab 0723 0839 an Varallo
0715 ab Mailand 0757 an Novara (Bar Dogana!) ab 0906 1012 an Varallo
0815 ab Mailand 0857 an Novara (knapper Übergang!) ab 0906 1012 an Varallo
0910 ab Mailand 0942 an Novara (Eurocity)
1110 1146 (Intercity)
1115 ab Mailand 1157 an Novara (Bar Dogana!) ab 1233 1345 an Varallo
XX15 ab Mailand XX57 an Novara fahren stündlich Interregio-Züge, mit denen auch die Regionalbusse Novara - Varallo erreicht werden. Diese sind aber wesentlich unbequemer als der Lokalzug wegen den engen Sitzen und der wesentlich längeren Fahrzeit durch das umständliche Herumgegurke mitten durch die engen mittelalterlichen Ortskerne. Außerdem gibt es Intercity und Eurocity. Der Eurostar - der beste Fernreisezug Europas, hergestellt von der Traditionsfirma Ansaldo in Genua und viel besser als der sauteure deutsche "ICE"! - lohnt sich aber auf Kurzstrecken wegen des relativ hohen Zuschlags und der obligatorischen Sitzplatzreservierung nicht.
Die Ausführungen über das Strona- und das Sesiatal im GTA-Führer auf Seite 86 sind teilweise unvollständig und falsch. Die Linie 161 ins Mastallonetal heißt richtig Varallo - Fobello - Rimella. Die Linie 162 ins Sermenzatal heißt richtig Varallo - Balmuccia - Rimasco - Rima - Carcòforo, aber Vorsicht: nicht alle Kurse dieser Linie beginnen oder enden in Varallo! In diesem Fall fährt man mit der Linie 164 Varallo - Alagna im großen Überlandbus bis Balmuccia und steigt um in den kleinen Lokalbus, der dort schon bereitsteht. Der Busfahrer eben dieser Linie 162 macht es genauso, denn die Zeit zwischen zwei Fahrten kann er in Varallo besser vertrödeln als auf dem langweiligen Parkplatz an der Hauptstraße ins Sesiatal, wo es nicht einmal eine Bar gibt. Links zu den Fahrplänen für die wichtigen Busverbindungen von Varallo direkt zu den GTA-Etappenorten Rimella, Fobello, Carcoforo, Rima und Alagna finden Sie in unserer GTA-Unterkunftsliste direkt beim jeweiligen Etappenort. Die Buslinien in den Provinzen Biella und Vercelli werden schon seit Jahrzehnten von der ATAP betrieben, deren Anschrift und Telefonnummern Sie natürlich ebenfalls in unseren Fahrplänen finden. Der ehemalige ATAP-Busfahrer Signore Franco aus dem Rimella-Ortsteil Grondo fuhr im Zweiten Weltkrieg die Strecke von Varallo ins Mastallonetal - eine nicht asfaltierte Schotterpiste! - noch mit einem museumsreifen Holzvergaser-Bus und später mit einem umgebauten Militär-Lastwagen; im Stronatal war es genauso archaisch, siehe das 1949er-Foto vom "Sambughetto Express" auf Seite 45 im Stronatal-Wanderführer. In Grondo war dann Ende der "Ausbaustrecke", sämtliche Einkäufe und Baumaterialien und Waren mußten mit Tragtieren oder auf dem eigenen Rücken auf der "Schtigu" genannten Mulattiera in die damals wie heute völlig abgelegenen oberen Ortsteile hinaufgezerrt werden. Auf alten Fotos ist die Schtigu sehr gut zu sehen. Die Serpentinenstraße hinauf in das Rimella-Ortszentrum Chiesa wurde erst 1969 fertiggestellt, "ein echter Skandal, sie erreichte die Pfarrkirche erst 1969, in dem Jahr, als der erste Mensch auf dem Mond landete" (Signore Ferruccio Vercellino, Remmalju 1993). Die Stichstraße ans Ende der Welt nach San Gottardo wurde erst Anfang der 1980er Jahre gebaut!
Wer sich als Reisender für die landschaftlich faszinierenden Eisenbahnstrecken zum und durch den Gotthard und den Lötschberg interessiert, dem seien die Seiten des Lokomotivführers Bruno Lämmli aus Erstfeld an der Gotthard-Nordrampe empfohlen. Vor 140 Jahren war der Bau dieser Eisenbahntunnel ein technisches Weltwunder. Man hat von beiden Seiten her gerechnet und im Gegenortvortrieb gebohrt - und getroffen!
Die Geometer haben ihre Meßlatten und das ganze Glump händisch über den Berg trianguliert - nota bene, im vergletscherten Hochgebirge und ohne Computer, GPS, Helikopter, Kreiseltheodolit, Laserstrahlen, Mikrowellenfunk, Natel, Nivelliergerät, Präzisionstachymeter, Satelliten, Schlepptop, Seilbahn, Taschenrechner, Trägheitsnavigation und Tunnelbohrmaschinen der selbstverständlich baden-württembergischen Herrenknecht Axienxellschaft, die sowohl im Gotthard-Basistunnel als auch im Lötschberg-Basistunnel arbeiten: vier Monster mit jeweils 440 Metern Länge! Am "alten" Lötschberg beispielsweise war der Axenfehler, bei einer Tunnellänge von 15 Kilometern, weniger als 20 Zentimeter. Einfach unglaublich! Jetzt können Sie sich gut vorstellen, welche ungeheure Spannung derzeit beim 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnel herrscht, wo man von Norden, von Süden, von oben (!) zwei Kilometer senkrecht runter und dann nach Norden und nach Süden ...

... sowie von zwei Seitenangriffen her in alle Richtungen gleichzeitig bohrt. Am 6. September 2006 erfolgte der erste Teildurchschlag zwischen Bodio und Faido im Tessin, und gleichzeitig schlug die Stunde der Wahrheit: Abweichung horizontal 9,1 Zentimeter, vertikal 2,3 Zentimeter. Mitteilung vom 17. Oktober 2007: Nach einer letzten Sprengung konnten sich heute um 11.00 Uhr die Mineure von Sedrun und Amsteg die Hände reichen. Neun Monate früher als geplant erfolgte in der Weströhre der Durchschlag zwischen den Teilabschnitten Sedrun und Amsteg mit einer horizontalen Abweichung von knapp 15 Zentimeter und einer vertikalen Abweichung von nur 1 Zentimeter!
Im sehr lesenswerten Werk "Lötschberg-Basistunnel - Von der Idee zum Durchschlag" (ISBN 978-3-7272-1174-4) wird auf Seite 71 im trockenen Stil der schweizerischen Tunnelbau-Weltmeister berichtet: "Die Bauherrin verlangt, daß die Tunnelröhren sich mit einer maximalen Abweichung von 25 Zentimeter in der Lage und 12,5 Zentimeter in der Höhe in der Mitte treffen ... Alle Kontrollergebnisse lagen innerhalb der erlaubten Toleranzen. Das von allen am meisten interessierende Ergebnis ist natürlich der Hauptdurchschlag. Auf einer Vortriebslänge von 21 Kilometern ab den beiden Zwischenangriffen in Mitholz und Ferden ergab die Kontrollmessung folgendes Resultat: Fehler quer 12,4 Zentimeter, Fehler Höhe 4 Millimeter." Einfach unglaublich. Oder andersrum: Vor 140 Jahren waren sie auf 15 Kilometern nur sieben Zentimeter "schlechter"! Oder nochmal andersrum: der Fehler pro Vortriebskilometer hat sich in 140 Jahren trotz ultramodernster Technologie alle zehn Jahre nur um rund einen Zentimeter verringert!
Wer die gesamte Nordrampe von oben anschauen will, dem sei der hervorragende Wanderführer Uri - Gotthard empfohlen, der eine Rundwanderung über 22 Etappen vom Vierwaldstätter See bis hinauf zum Gotthardpaß beschreibt. Das Werk erschien im Mai 2007 und ist für 29 EUR einschließlich Postversand direkt bei uns erhältlich.
Rimella- und Varallo-Bergwanderer fliegen am besten nach Malpensa. GTA-Weitwanderer fliegen je nach Flugplan und Zielgebiet nach
Billigflieger haben ihr Angebot in den letzten Jahren stark ausgeweitet. Ex Deutschland werden sogar Provinzpennerpisten wie Erfurt Münster Paderborn Rostock Saarbrücken Sylt Weeze bedient. Obwohl Billigflüge aus ökologischer Sicht der reine Wahnsinn sind, wird sich dieser Geschäftsbereich zukünftig dramatisch vergrößern, denn eine normale Einzelperson-Bahnfahrkarte in der zweiten Klasse von Tübingen über Horb und Mailand und Novara nach Varallo (Hinfahrt im deutschen Sektor morgens um 0537 mit irgendwelchen Billig-Regionalzügen und sechsmal umsteigen, Rückfahrt ab Mailand im Cisalpino-Pendolino mit Sitzplatzreservierung) kostete bereits 2003 weit über 150 EUR und es ist NICHT der italienische Sektor, der total überteuert ist - siehe hier. - Diese unsere Voraussage von Anfang 2003 hat sich bereits im März 2004 als Volltreffer erwiesen, denn jetzt bietet sogar Lufthansa Billigflüge ex Flachdeutschland an die Warmwasserziele rund ums Mittelmeer in der durch Geschäftsreisende wenig ausgelasteten Mittagszeit an! Zwei Reiseteilnehmer aus Hamburg hätten für die Bahnfahrkarte von Hamburg nach Varallo mit Schlafwagenbenützung über 700 EUR bezahlen müssen - eine Frechheit per se und sogar teurer als der Urlaub selbst! Sie sind im Juni 2003 mit einem Billigflieger nach Bergamo geflogen und haben einschließlich Hotelübernachtungen und Anschlußzügen über Mailand nach Varallo weniger als 400 EUR bezahlt.
Ende März 2008 hat die bankrotte Alitalia 180 Verbindungen ex Malpensa gestrichen, dem neuesten Großflughafen in der Padanischen Tiefebene, und fliegt ihre Langstrecken praktisch nur noch ex Fiumicino, wo more often than not das reinste römische Chaos herrscht. Diese extrem weise Entscheidung der (inzwischen verflossenen ...) blutroten Regierung im wilden Süden ist so ziemlich das beste, was den umtriebigen Norditalienern passieren kann: die Geschäftsleute im wirtschaftlichen Herzen des Landes von Mailand bis Turin lachen sich tot, denn sie fliegen auf Langstrecken sowieso schon seit Jahren am liebsten mit der Lufthansa ex Malpensa über Frankfurt mit täglich fünf Zubringerflügen ... Auch nach Zürich zur Swiss und nach Genf ist es nur eine Stunde, letzterer ist schon längst ein Riesenhub von Easyjet geworden, über die Hälfte aller Flugzeuge dort ist orange ... Bereits im Mai 2008 hat Lufthansa einen Vertrag über die Verbesserung von Infrastruktur und Betrieb des Flughafens Malpensa unterzeichnet und bietet schon heute 160 Flüge pro Woche ex Malpensa. Thai ist schon lange da, American seit Anfang Mai, Singline täglich nonstop zum besten Flughafen der Welt, Malaysian bringt zwei weitere Frachter pro Woche, Air Berlin wird bereits im Juni 2008 Bergamo aufgeben und nach Malpensa ziehen - alleine diese Entscheidung bringt jährlich über 300000 Paxe mehr nach Malpensa! - , Air One bietet zahlreiche neue Ziele ex Malpensa an, Air Dolomiti und Ryanair kommen spätestens Ende 2008, viele andere werden folgen, jetzt geht es erst richtig los, und wir lachen immer noch!
Malpensa liegt weit außerhalb von Mailand mitten in der Pampa bei Gallarate. Anschließend wird der Spaß teuer, denn ein Taxi nach Rimella kostet mindestens 100 EUR. Falls Sie mit dem Taxi fahren, verklickern Sie dem Fahrer unbedingt, daß er über Varallo SESIA fahren muß; mit dem nur zehn Kilometer vom Flughafen entfernten Varallo POMBIA haben wir NIX zu tun! Es fahren zwar täglich mehrere Zubringerbusse beispielsweise nach und von Arona und Novara (seit 2006 anscheinend stündlich nach Novara, so daß man nicht mehr zuerst nach Mailand rumpeln muß!), dann ist man ex Malpensa aber auch wieder mindestens 4 Stunden unterwegs. Die Baranzelli-Buslinie Mailand - Novara - Varallo - Alagna ist ebenfalls witzlos, weil sie mitten in Mailand an der Piazza Castello beginnt, den neuen Flughafen bestenfalls von weitem sieht und alleine bis Varallo zweieinhalb Stunden benötigt. Ansonsten gibt es Busse von und nach Malpensa nach und von Alessandria, Arona, Bellinzago, Bergamo, Brescia, Casale Monferrato, Castelnovate, Como, Domodossola, Gallarate, Genua, Gravellona Toce, Intra, Lugano-Chiasso, Mailand, Menaggio, Novara, Oleggio, Pavia, Sesto San Giovanni, Stresa und Turin. Ganz Raffinierte fahren mit dem Taxi nur 35 Kilometer über Oleggio und Momo nach Fara Novarese, dem nächstgelegenen Bahnhof an der Eisenbahnstrecke Novara - Varallo.
Linate ist der einzige Flughafen, der wirklich in Mailand liegt. Bergamo und Malpensa liegen ewig weit außerhalb. Von Bergamo fahren laufend Züge in einer Stunde nach Milano Centrale, weiter wie oben. Man kann sich auch, wie es schon einige unserer Teilnehmer gemacht haben, in Bergamo/Orio al Serio einen Mietwagen nehmen und ist dann in guten zwei Stunden in Rimella und hat erst noch ein Auto für weitere Erkundungen im unbekannten Sesiatal und seinen wilden Seitentälern bis hinauf nach Alagna am Monte Rosa!
Der Zielflughafen Nizza ist ideal für den Süden der GTA wegen der Eisenbahnverbindung über Ventimiglia und den spektakulären Colle di Tende nach Cuneo, beispielsweise: Nizza Città ab 1108 (rechts sitzen, Blick aufs Mittelmeer!), Ventimiglia an 1156 ab 1203, Cuneo an 1357. Bus 99 der Auto Nizza Trasporti (ANT, Telefon 04 92298888) fährt alle 30 Minuten vom Flughafen direkt zum Bahnhof. Da die Anreise mit dem Zug von Flachdeutschland über die Schweiz nach Italien, wie oben erwähnt, lang und teuer ist, könnte man sogar zur flugscheinmäßig billigsten Mittagszeit nach Mailand oder Nizza fliegen, mit dem Flughafenbus zum Hauptbahnhof fahren, mit der spottbilligen und zuverlässigen italienischen Eisenbahn weiter in eine sehenswerte Kleinstadt an der Hauptlinie Mailand - Turin wie Novara oder Vercelli (Geheimtip) oder nach Cuneo, dort stundenlang herumzigeunern und schön essen (wo, das lesen Sie hier), in einem netten Stadthotel übernachten und am nächsten Tag in aller Ruhe mit Zug und Bus genauso spottbillig weiter zum Ausgangspunkt der GTA-Weitwanderung fahren, und man hat dann erst noch eine Menge Geld gespart. Die oben genannten Flughafen-Zubringer-Busverbindungen beispielsweise ex Malpensa direkt nach Novara können ebenfalls einbezogen werden.
Wenn Sie ziemlich weit entfernt von der GTA in Flachdeutschland wohnen, lassen Sie Ihre Fantasie spielen. Bei sehr weiter Anreise muß man sich entscheiden zwischen optimaler Bequemlichkeit oder kurzer Gesamtreisezeit oder geringsten Kosten. Verschiedene Verkehrsträger können je nach Priorität entsprechend intelligent kombiniert werden. Es gibt natürlich noch viel mehr Flugverbindungen nach Norditalien als in unserer Tabelle. Angenommen, Sie wohnen in irgendeinem Kaff im Emsland nordwestlich von Münster. Fliegen Sie einfach von Münster mit dem Billigflieger in anderthalb Stunden nach Venedig. Mit dem Taxi sind Sie in zehn Minuten am Bahnhof Santa Lucia. Alternativ gibt es nur in Venedig natürlich auch das Wassertaxi. Der Eurostar rast in weit unter drei Stunden für ein Spottgeld nach Mailand - rechts sitzen mit Blick auf die Alpen! -, macht total weniger als sieben Stunden vom Emsland nach Mailand, was für den Anfang schon mal ganz ordentlich ist. Alternativ können Sie auch mit dem ATVO-Bus für nur 3 EUR nach Venedig auf das Piazzale Roma fahren und in zehn Minuten zu Fuß über die Ponte degli Scalzi zum Bahnhof latschen. Oder Sie nehmen vom Marco-Polo-Flughafen den nächstbesten ACTV-Bus zum Bahnhof, der fährt aber zum Bahnhof Mestre und Sie begreifen erst dort, daß der Eurostar hier nicht hält und Sie mit Regionalzügen mindestens vier Stunden nach Mailand brauchen ... Von Hahn kommt man jetzt mit Ryanair auch nach Genua am Mittelmeer und von dort kommt man mit der Eisenbahn in anderthalb Stunden schon mitten ins Piemont, oder noch schneller ans südliche Ende der GTA ... Alle diese Möglichkeiten und Unmöglichkeiten können bequem vorab im Internet recherchiert werden!
Bevor Sie nach Italien fliegen, schauen Sie vorsichtshalber auf der Streik-Webseite nach, damit Sie mögliche Streiktage vermeiden, denn die Flughäfen und die bankrotte Alitalia werden viel öfter bestreikt als die zuverlässige italienische Eisenbahn.
Abgesehen von recht seltenen lokalen Helikopterflügen gibt es im Raum Rimella übrigens keinerlei Fluglärm. Wer in den letzten Jahren den zunehmenden Helikopter-Lärmterror der nordschweizerischen Rustici-Bonzen erlebt hat, die sich ex Locarno oder Lugano oder gar direkt vom Autobahn-Parkplatz Ambri bei Airolo oder Biasca oder Bellinzona weg schon am Freitag samt Wi und Wib auf ihre Satellitenfernsehen- und Solarduschen-Datschas beispielsweise im Maggia-, Onsernone- und Verzascatal fliegen lassen, der kommt sich im Piemont vor wie auf dem Mond. Anders als in den schweizerischen Berggebieten oder gar in Frankreich gibt es im Raum Rimella auch weit und breit keine Flugplätze für die "Allgemeine Luftfahrt", das heißt für die Privat- und Geschäftsfliegerei. Außerdem erhebt sich der fast 4700 m hohe Monte Rosa stets ziemlich eindrucksvoll im Hintergrund und erfordert auch von italienischen und schweizerischen Kampfjets im Übungseinsatz entsprechend respektvollen Abstand. Insidern fällt natürlich sofort auf, daß es selbst im oberen Luftraum keinerlei Überflüge gibt. Wo gibt es heutzutage sowas noch in Mitteleuropa? Nirgendwo sonst! Beweis: eine uns vorliegende ganztägige Aufzeichnung des schweizerischen Militär-Radars FLORIDA vom 14. September 2001 0700-1700 UTC, die auch das angrenzende Ausland bis 50 Meilen jenseits der Landesgrenzen erfaßt. Auch die nachstehende Aufzeichnung, die nur 1300-1800 UTC am 2. April 2001 erfaßt, zeigt dasselbe Bild:

Aus dieser Grafik geht klar hervor, daß das Dreieck Brig - Domodossola - Alagna - und zwar NUR dieses Gebiet! - buchstäblich eine Insel der Seligen praktisch ohne jegliche Überflüge ist. Wenn man die Grafik genauer interpretiert, sieht man, daß ex LIMC vier parallele Luftstraßen pfeilgrad nach Norden führen und die Provinz Varese und das ganze Tessin beschallen, wobei die westlichste Luftstraße über Verbania am stärksten benützt wird - logisch, denn 70 % der Abflüge starten entgegen der Hauptwindrichtung nach Westen und drehen dann nach Norden, was man beispielsweise vom Ortasee aus - oder bei guter Sicht vom Monte Cápio aus! - sehr gut beobachten kann, denn genau dort über Borgomanero wird diese Rechtskurve geflogen. Die Luftstraßen ex LSGG nach LIMC und LIRF führen weit südlich des Monte Rosa vorbei, und die Übungsflüge der schweizerischen Luftwaffe - das sind die grünen Kontrollzonen - konzentrieren sich offensichtlich auf die Berner Alpen nördlich vom Rhonetal und verschonen glücklicherweise das gesamte Wallis südlich der Rhone.
Natürlich kann man auch zu Fuß nach Rimella und auf die GTA gelangen, beispielsweise in nur sechs Wandertagen von Locarno am Lago Maggiore im Tessin. Man überschreitet dabei die vier wirklich hervorragenden Aussichtsgipfel Gambarogno, Tamaro, Lema und Mottarone. Wie das geht, haben wir hier beschrieben!

Jörg Klingenfuss
Initiative Pro Rimella
Mitglied CAI Sektion Varallo
Hagenloher Str. 14
D-72070 Tübingen
Telefon 07071 62830
Fax 07071 600849
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